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03:29 24 Oktober 2019
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    Sukhoi-Kamfjets während der Paradeprobe zum Siegestag in Moskau (Archivbild)

    Nach S-400-Kauf: Wie russische Su-35 und Su-57 in der Türkei die Geopolitik verändern

    © Sputnik / Alexey Kudenko
    Politik
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    Die Entscheidung der Türkei, die militärische Zusammenarbeit mit Russland eventuell durch den Erwerb russischer Kampfjets Su-35 und Su-57 zu verstärken, könnte laut Politologen der Beginn einer möglichen Änderung der geopolitischen Ausrichtung und nicht nur ein lokales Waffengeschäft sein. Experten äußerten sich zu dem Thema gegenüber Sputnik.

    Kürzlich hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Kauf von russischen Su-35 und Su-57-Kampfflugzeugen statt F-35-Kampfjets aus US-amerikanischer Produktion nicht ausgeschlossen. Weitere Schritte der Türkei würden davon abhängen, wie die endgültige Entscheidung der Vereinigten Staaten über den Verkauf der F-35-Maschinen aussehen würde, so Erdogan.

    Lew Klepatski, Professor an der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, führte die Annäherung zwischen Moskau und Ankara auf die Erosion der Beziehungen zwischen den USA und Europa im Bereich Sicherheit zurück.

    „Die Europäer – und hier meine ich die Türkei als Teil des Nordatlantischen Bündnisses – vergewissern sich immer mehr, dass die Amerikaner sich am meisten um ihre egoistischen Interessen kümmern und dabei am wenigsten an die Sorgen ihrer Partner denken. Natürlich wird dies (ein möglicher Kauf von russischen Flugzeugen durch die Türkei) für die Amerikaner weniger finanziellen als vielmehr moralischen und politischen Schaden bedeuten“, sagte Klepatski.

    Die Schaffung eines Prototyps von Bündnisbeziehungen zu Russland deute darauf hin, dass die Türkei dabei sei, nach und nach die „Nato-Familie“ auf die eine oder andere Weise zu verlassen, sagte das korrespondierende Mitglied der Akademie der Militärwissenschaften, Sergej Sudakow.

    „Dies wird das erste Land sein, das nicht auf die Vereinigten Staaten und die Stimmen der Nato hören, sondern seine eigene unabhängige Politik zeigen wird. Es muss verstanden werden, dass der geopolitische Punkt der Türkei für die westliche Welt, für die Nato, sehr wichtig ist. Daher ist die Türkei in einem Zustand, in dem sie bestimmte Spielregeln sowohl für die USA als auch für die Nordatlantische Allianz vorschreiben kann. Und die Annäherung an Russland macht die Türkei weniger anfällig“, so Sudakow.

    Moskau und Ankara besprechen militärische Zusammenarbeit

    Am 27. August erklärte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit Erdogan, dass er mit diesem über eine mögliche Zusammenarbeit hinsichtlich der Su-35 und die Aussichten für eine gemeinsame Produktion von Militärausrüstung diskutiert habe.

    Erdogan selbst zeigte während der Besichtigung der Ausstellung bei der Luftfahrtmesse MAKS 2019 Interesse für das russische Kampfflugzeug Su-57 der fünften Generation und fragte Putin nach der Möglichkeit, so ein Flugzeug zu kaufen.

    Wegen S-400-Kauf

    Die Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten im Bereich der militärischen Zusammenarbeit sind komplizierter geworden, nachdem Ankara beschlossen hatte, russische Raketenabwehrsysteme S-400 zu erwerben. Washington forderte, den Deal aufzugeben und statt der russischen Komplexe Patriot-Systeme aus US-amerikanischer Produktion zu erwerben.

    Da die Türkei keine Zugeständnisse machte, beschlossen die USA, den Verkauf neuester F-35-Kampfjets der fünften Generation an die Türkei einzustellen und dem gemeinsamen Produktionsprogramm für diese Flugzeuge ein Ende zu setzen.

    pd/sb/sna

     

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    Tags:
    USA, F-35, Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan, Su-57, Su-35, Türkei