04:46 06 Dezember 2019
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    Folgen eines Beschusses im Donbass (Archiv)

    Donbass: OSZE-Mission und Sputnik-Journalist geraten unter Beschuss ukrainischer Armee

    © Sputnik / Sergej Awerin
    Politik
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    Vertreter der OSZE-Sonderbeobachtermission und der Sputnik Freelance-Fotojournalist Alexander Gajuk sind nach eigenen Angaben im Donbass von ukrainischen Streitkräften beschossen worden.

    Der Zwischenfall ereignete sich im Dorf Kominternowo im südlichen Teil vom Donbass. Neben dem Korrespondenten und der OSZE-Mission gerieten auch Vertreter der selbsterklärten Volksrepublik Donezk beim Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordination (JCCC) unter Beschuss.

    „Eine Explosion ereignete sich 20 bis 30 Meter von uns entfernt. Daraufhin begann man Schusswaffen einzusetzen. Wir mussten den Ort verlassen, niemand erlitt Verletzungen“, teilte Gajuk gegenüber Sputnik mit.

    Die OSZE- und JCCC-Vertreter seien nach Kominternowo gekommen, um die Folgen eines Beschusses vom Samstag zu untersuchen, teilte die Donezker JCCC-Vertretung am Sonntag mit. Kiews Vertreter bei JCCC sollen zuvor die Sicherheit der Inspektion garantiert haben.

    Trotz dieser Versicherungen und der geltenden Waffenruhe habe die ukrainische Armee um 12:15 Uhr MSK (11:15 MESZ) das Feuer eröffnet, so die Donezker Vertretung. In der Beschusszone lagen elf Ortschaften. 16 Häuser sowie Starkstromleitungen wurden beschädigt, rund 5000 Einwohner der Stadt Gorlowka blieben ohne Strom.

    Donbass-Konflikt

    Der bewaffnete Konflikt im Osten der Ukraine dauert seit Frühjahr 2014 an. Die Bewohner der Region hatten sich geweigert, den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew anzuerkennen, und die Gründung der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk verkündet.

    Dagegen leitete Kiew die sogenannte Anti-Terror-Operation gegen die Republiken ein. Im April 2018 wurde diese zur „Operation der vereinten Kräfte“ umbenannt.

    Die Normandie-Vierergruppe

    Die Spitzenpolitiker der Länder der Normandie-Vierergruppe (Russland, Frankreich, Deutschland und die Ukraine) hatten im Jahr 2015 in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Maßnahmenkomplex erarbeitet, der auf die Beilegung des Konfliktes im Südosten der Ukraine abzielt. Die Treffen im Normandie-Format erfolgen auch auf der Ebene der Außenminister der vier Länder und auf Expertenebene.

    Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, der französische Präsident, Emmanuel Macron, sein ukrainischer Amtskollege, Wolodymyr Selensky (Wladimir Selenski) sprachen sich für ein baldiges Treffen im Normandie-Format aus. Der russische Staatschef, Wladimir Putin, trat ebenso für eine Zusammenkunft der „Normandie-Vier“ ein.

    mo/ae/sna

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    Sputnik, OSZE, Donbass, Ukraine