20:56 23 Januar 2020
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    Bei einem Bombenangriff in Afghanistans Hauptstadt Kabul sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, weitere 119 haben Verletzungen erlitten. Die meisten Opfer sind Zivilisten, berichtet der Nachrichtensender „Tolo News“ am Dienstag unter Berufung auf das Innenministerium des Landes.

    Zum tragischen Vorfall kam es im Wohnviertel für Ausländer „Green Village“, wo Büros und mehrere internationale Nichtregierungsorganisationen untergebracht sind, am Montag gegen 21:55 Ortszeit (19:25 MESZ), zitiert der Sender den Sprecher des Ministeriums, Nusrat Rahimi.

    Die Explosion war so stark, dass sie in anderen Teilen der Stadt zu hören war. Die Bombe habe sich in einem Lastwagen befunden, so der Sprecher. Durch die Explosion sei auch eine Tankstelle in der Umgebung in Brand geraten.

    Die Polizei habe zudem 400 ausländische Staatsbürger aus dem „Green Village“ an einen sicheren Ort gebracht.

    Taliban reklamiert die Attacke für sich

    Die radikale Bewegung „Taliban“ bekannte sich zu dem Anschlag. Fünf an der Attacke beteiligte Angreifer wurden laut Rahimi durch Spezialeinheiten getötet.

    Nach Angaben des Regierungssprechers Feroz Bashari wurden alle Verletzten zeitgerecht in Krankenhäuser gebracht.

    Verhandlungen zwischen den USA und den „Taliban“

    Die Explosion erfolgte während der laufenden Bemühungen zwischen den Taliban und den Vereinigten Staaten, den jahrelangen Konflikt beizulegen, meldet die Nachrichtenagentur „France-Presse“ am Dienstag.

    Der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad, der im Laufe ungefähr eines Jahres Verhandlungen mit der Bewegung führt, befand sich während der Attacke der AFP zufolge in der afghanischen Hauptstadt.

    Zur Explosion kam es, als „Tolo News“ ein Interview mit Khalilzad ausstrahlte. Der US-Gesandte teilte darin mit, man habe sich mit den Taliban „grundsätzlich“ geeinigt. Washington werde seine Soldaten von fünf afghanischen Militärstützpunkten abzuziehen. Voraussetzung sei, dass die Bewegung Sicherheit garantiert.

    Der 18. größere Anschlag in Kabul seit Jahresanfang

    Der Anschlag in der Nähe des „Green Village“ war der 18. größere Angriff in Kabul seit Januar. Bei den vorherigen 17 wurden nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und fast 900 verletzt. Zu den Angriffen hatten sich zum Teil die Taliban, zum Teil die Terrormiliz „Islamischer Staat“* bekannt.

    * Auch IS/Daesh, Terrororganisation, in Russland verboten

    mo/tm/dpa

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    Taliban, USA, Kabul, Afghanistan