07:29 18 November 2019
SNA Radio
    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa

    US-Luftangriff in Idlib: Sacharowa kritisiert Reaktion der Bundesregierung

    © Sputnik / Alexej Kudenko
    Politik
    Zum Kurzlink
    5858413
    Abonnieren

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat am Mittwoch die Haltung der deutschen Bundesregierung zu dem US-Luftschlag auf Ziele in der nordsyrischen Provinz Idlib bemängelt.

    „Ein Vertreter der Bundesregierung erklärte, Berlin habe keine umfassenden Informationen über den Luftangriff, den die US-Streitkräfte in der Deeskalationszone in Idlib verübt haben. Was soll das denn heißen, dass es keine umfassenden Informationen gibt? Was ist dann notwendig, um sie verfügbar zu machen?”, sagte Sacharowa in ihrem Briefing.

    In diesem Zusammenhang führte sie als ein „besonders eklatantes Beispiel” an:

    „Als die Maßnahmen angesichts der gewissen Ereignisse in Salisbury, die keine Bestätigungen haben, ergriffen wurden, sagte man, es gebe doch ausreichende Beweise, die allerdings niemand zu sehen bekam“.

    Und als die ganze Welt gesehen habe, dass die USA einen Luftschlag in Idlib verübt haben, und selbst die USA dies erklärt haben, sage die Bundesregierung, dass es keine umfassenden Informationen dazu gebe.

    „Wie geht so etwas? Ist das so eine interessante Demokratie oder die Redefreiheit?“, fragte sie und betonte weiter, Deutschland als Mitglied der von Washington angeführten internationalen Koalition könnte den Zugang zu diesen Informationen durch seine Verbündeten in der Nato und in der EU bekommen, falls diese in den Medien und auf den Webseiten von US-Behörden nicht zu finden seien.

    In Moskau sei man zuversichtlich, so Sacharowa, dass „diese Angaben es der deutschen Seite ermöglichen, die Situation in der erwähnten syrischen Provinz für sich besser zu klären”.

    Ein derartiges Herangehen von Berlin trage nicht zu einem konstruktiven Dialog zu Syrien bei, resümierte sie.

    US-Luftangriff auf Al-Qaida-Stellungen in Idlib

    Die US-Luftwaffe hatte am vergangenen Samstag nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom einen Luftschag gegen Ziele der Terrormiliz Al-Qaida in der Deeskalationszone Idlib im Nordwesten Syriens verübt. Zur Begründung des Vorgehens hieß es, der bei dem Luftangriff zerstörte Stützpunkt der Terroristen habe die Sicherheit von US-Bürgern gefährdet.

    Das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien teilte danach mit, der Luftschlag habe zahlreiche Opfer gefordert und Schäden verursacht. Damit hätten die USA gegen alle früher erzielten Vereinbarungen verstoßen, hieß es. Sowohl Russland als auch die Türkei wurden demnach nicht über das geplante Vorgehen informiert.

    jeg/gs/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Maria Sacharowa, Außenministerium Russlands, Luftschlag, USA, Idlib, Syrien