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15:50 20 September 2019
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    Präsentation von Wrackteilen der über Donbass abgeschossenen Boeing 777 auf der Militärbasis Gilze-Rijen

    Malaysias Premier erläutert seine Zweifel an Neutralität von MH17-Ermittlung

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Die internationale Ermittlung zum MH17-Unglück beruht auf der Position jener, die von dieser Tragödie betroffen sind. Dies erklärte der Premierminister von Malaysia, Mahathir bin Mohamad.

    „Ihre Ansichten können nicht fair und neutral sein“, sagte der Premierminister gegenüber Sputnik.

    Laut ihm muss ein unparteiisches Organ mit Experten aus unterschiedlichen Ländern gebildet werden, das die Ermittlung leiten könnte.

    Unter anderem verwies der Politiker darauf, dass man seinem Land lange Zeit keinen Zugang zu den Beweisen zu dem MH17-Absturz gewährt hätte.

    „Wir wissen nicht, ob die Beweise, zu denen wir jetzt (…) Zugang haben, tatsächlich auf Fakten basieren“, sagte er weiter.

    Ferner sagte er: „Es gibt eine Reihe von Dingen, die wir nicht akzeptieren können. Unter anderem betrifft dies die Identität der Menschen, die den Start der Rakete unternommen haben. Das ist schwierig zu bestimmen, weil beispielweise die Startanlage nach dem Raketenstart an einen anderen Ort transportiert werden kann. Man kann den Typ der Rakete feststellen, man kann nach den Wrackteilen schließen, welcher Flugzeugteil getroffen wurde – aber wer hat geschossen? Für uns ist es schwer, daran zu glauben, dass sie feststellen können, wer genau dies getan hat.“

    Vorwürfe gegen Russland

    Die Vorwürfe gegen Russland in Bezug auf dessen Beteiligung an dieser Tragödie hätten ihren Grund in den schlechten Beziehungen zwischen dem Westen und Moskau sowie der Suche nach dem Schuldigen, an den Versicherungsforderungen gestellt werden könnten.

    „Falls Sie das Land finden können, das für die Tragödie verantwortlich ist, dann können die Verwandten der Todesopfer ihre Ansprüche auf Versicherungsleistung anmelden“, erläuterte der Premier.

    Malaysia zweifle aber daran, dass es genug Grundlagen für die Vorwürfe gegen Russland gebe:

    „Als nicht involvierte Person und Beobachter kann ich sagen, dass einige Ermittlungsergebnisse sowohl mir als auch vielen Menschen in Malaysia nicht richtig zu sein scheinen.“

    MH17-Tragödie

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 im damals heftig umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Untersuchung. Nach Erkenntnissen des internationalen Ermittlungsteams JIT (Niederlande, Australien, Ukraine, Belgien, Malaysia), die seit 2014 zu der Katastrophe ermitteln, wurde die Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete der Baureihe Buk abgeschossen.

    Russland, das von der Untersuchung ausgeschlossen blieb, beklagt, dass die Ermittler seine Argumente und Daten ignoriert hätten.

    ak/sb/sna

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    Tags:
    Russland, Ermittlung, MH17-Absturz, Mahathir Mohamad, Malaysia