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05:42 15 Oktober 2019
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    Jo Johnson

    Wegen Brexit-Kurs: Bruder von Boris Johnson tritt von allen Ämtern zurück

    © REUTERS / Hannah Mckay
    Politik
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    Im Streit um den Brexit-Kurs in Großbritannien hat Jo Johnson, der jüngere Bruder des britischen Premierministers Boris Johnson, sein Amt als Staatsminister für Universitäten und Wissenschaft und sein Mandat als Abgeordneter für die konservativen Torys niedergelegt.

    Als Begründung gab Jo Differenzen mit seinem Bruder in Bezug auf den Brexit an.

    „Es war eine Ehre, Orpington neun Jahre lang zu vertreten und als Minister unter drei Premierministern zu dienen. In den letzten Wochen wurde ich zwischen familiärer Loyalität und nationalem Interesse hin und her gerissen - es ist eine unlösbare Spannung“, schrieb Jo Johnson auf seinem Twitter-Account. 

    ​„Jetzt ist die Zeit gekommen, dass andere meine Posten als Abgeordneter und Minister übernehmen.“

    „Der Premierminister versteht als Politiker und als Bruder, dass es Jo nicht leicht gefallen war“,  kommentierte ein Sprecher der Premierkanzlei  den Rücktritt vor der Presse. 

    Dem Sprecher zufolge möchte Boris Johnson seinem Bruder Jo für alles, was er getan habe, danken.  

    Jo Johnson gilt seit langem als Gegner eines ungeregelten Brexits und als Befürworter eines zweiten Referendums über den britischen EU-Austritt. In den Stimmzettel soll ihm zufolge der Punkt „Verbleib in der EU“ aufgenommen werden.  Im Unterschied zu ihm will sein älterer Bruder Boris Johnson den Ausstieg mit oder ohne Abkommen vollziehen.

    Niederlage für Johnson: Britisches Unterhaus nimmt Gesetz gegen No-Deal-Brexit an

    Boris Johnson
    © REUTERS / Jeremy Selwyn/Pool via REUTERS
    Zuvor hatte das britische Unterhaus ein Gesetz gegen einen ungeregelten EU-Austritt am 31. Oktober verabschiedet. Das Gesetz muss nun noch vom Oberhaus abgesegnet werden.

    Das Gesetz soll Boris Johnson dazu zwingen, eine dreimonatige Verlängerung der Brexit-Frist zu beantragen, sollte bis zum 19. Oktober kein Abkommen mit der EU ratifiziert sein. Der Antrag müsste dann von den übrigen 27 EU-Mitgliedsstaaten einstimmig gebilligt werden.

    ns/mt/sna 

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    Tags:
    Niederlage, Abgeordneter, Mandat, Parlament, Jo Johnson, Boris Johnson, Brexit, Großbritannien