07:20 29 Oktober 2020
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    Ein 17-Jähriger soll laut Ermittlern versucht haben, Mitglieder und Unterstützer für die Terrormiliz des *Islamischen Staates (IS) anzuwerben. Wegen dieses Vorwurfs hat die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft Anklage beim Oberlandesgericht in der Landeshauptstadt erhoben. Dies teilt die Agentur dpa unter Verweis auf die Behörde am Freitag mit.

    Der Syrer soll laut Erkenntnissen der Ermittler von Mitte 2018 bis Februar 2019 in fünf Fällen über Messenger-Dienste gezielt zum Beitritt zum IS und zum bewaffneten Dschihad aufgerufen haben, hieß es in der Mitteilung.

    Die Anklage sei bereits Mitte Juli erhoben worden. In Untersuchungshaft befinde er sich seit dem 21. März. Zuvor lebte er in Leverkusen, 2015 war der Mann laut einem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Die Generalstaatsanwaltschaft ist zentral für die Terrorismusbekämpfung in Nordrhein-Westfalen zuständig.

    Der 17-Jährige soll unter anderem seine in Marokko lebende Verlobte und einen Mann in Syrien dazu gebracht haben, einen Treueeid auf den IS-Anführer abzulegen. Zudem habe er den Mann in Syrien dazu aufgefordert, als „Vertrauensbeweis“ einen „Ungläubigen“ zu töten, wie es in der Mitteilung hieß. Der Mann, zu dem keine weiteren Details genannt wurden, soll sich dazu bereit erklärt haben, jedoch vor einer entsprechenden Tat in Syrien festgenommen worden sein.

    Auch soll der 17-Jährige Gewaltvideos verbreitet haben, die den IS verherrlichen. Zudem werde ihm vorgeworfen, im Internet Anleitungen für schwere staatsgefährdende Gewalttaten heruntergeladen zu haben. Dabei habe es sich etwa um eine Anleitung für die Ausführung von Messerangriffen und um Hinweise für den Umgang mit chemischen Stoffen gehandelt, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Dem Jugendlichen drohe eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

    *Der Islamische Staat (IS) – eine Terrororganisation, in Russland verboten

    pd/mt/dpa

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    Tags:
    Werben, Anklage, IS, Syrer, Flüchtling