06:59 18 November 2019
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    Vertreter der Amazonas-Länder treffen sich am 6. September in Leticia, Kolumbien

    Amazonas-Länder unterzeichnen Pakt zum Schutz der Regenwälder

    © REUTERS / Colombian Presidency/Handout
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    Inmitten der verheerenden Waldbrände in der Region haben sich sieben südamerikanische Länder auf eine gemeinsame Strategie zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Amazonas geeinigt.

    Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten am Freitag Vertreter aus Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Suriname und Guayana in der kolumbianischen Stadt Leticia.

    „Amazonas ist unser Erbe, unterliegt unserer Souveränität, aber wir können es mit der Welt teilen. Es ist ein Schatz, den wir alle gemeinsam hüten müssen“, sagte Kolumbiens Präsident Iván Duque.

    Zum Amazonasgipfel in Leticia empfing er die Regierungsvertreter der Region in einer traditionellen Hütte der indigenen Gemeinschaften im Dschungel.

    Konkrete Aktion

    Mit dem Abkommen verständigten sich die Länder auf konkrete Aktionen zum Schutz des Amazonasregenwaldes.

    Wie Duque später auf Twitter präzisierte, umfasst der Pakt Rehabilitations- und Wiederaufforstungsmaßnahmen in Gebieten, die durch Waldbrände und illegale Aktivitäten wie unbefugter Bergbau zerstört wurden. Das Abkommen sehe auch eine Erholung von Tierpopulationen und Pflanzenarten sowie eine Wiederherstellung der Ökosystemfunktionalität vor.

    ​„Es bleibt nichts mehr zu sagen, denn nach den Unterschriften muss nun gehandelt werden“, sagte Ecuadors Staatschef Lenin Moreno. Sein Kollege Evo Morales sagte, die Menschen müssten sich auf ein harmonisches Verhältnis zur Mutter Erde zurückbesinnen. Allerdings war der linke Präsident zuletzt selbst in die Kritik geraten, weil er nur sehr zögerlich reagierte, als in den vergangenen Wochen riesige Flächen in Bolivien abbrannten.

    Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro konnte wegen einer bevorstehenden Operation nicht persönlich an dem Gipfel teilnehmen und wurde per Videokonferenz zugeschaltet. Er verteidigte seine Umweltpolitik und warf Ländern wie Frankreich erneut vor, sich in die inneren Angelegenheiten von Brasilien einzumischen.

    Der brasilianische Außenminister Ernesto Araújo bezeichnete die Vereinbarung als „etwas ganz Besonderes“ und erachtete sie als einen Beweis dafür, dass die Länder zum Schutz und zu der Entwicklung des Amazonas fähig seien.

    Amazonas-Waldbrände

    Die Zahl der Brände im größten Regenwald der Welt ist in letzter Zeit rasch gestiegen, mehrere Länder der Region sind betroffen – am stärksten Brasilien. Das Land steht wegen der Reaktion seiner Regierung auf die Naturkatastrophe unter heftigem internationalen Druck. Nach langem Zögern verordnete Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro Ende August die Mobilisierung aller Ministerien und schickte die Armee zur Bekämpfung der Brände.

    msch/sb/dpa

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    Tags:
    Klimaschutzabkommen, Klimaschutz, Umweltschutz, Peru, Suriname, Ecuador, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Waldbrände, Amazonasgebiet