17:04 12 Dezember 2019
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    Massenproteste in Hongkong am 8. September 2019

    Hongkong: Mehrere Verletzte nach erneuten Protesten gemeldet

    © REUTERS / ANUSHREE FADNAVIS
    Politik
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    Nach erneuten Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten gekommen, meldet die Hongkonger Fernseh- und Rundfunkanstalt RTHK. 19 Personen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, der Zustand von zwei Menschen werde als schwer eingestuft.

    Demnach wurde am Freitag und Samstag vor einer Polizeistation im dicht besiedelten Stadtteil Mongkok demonstriert. Die Protestler zündeten dabei Regenschirme, Papier, Kisten und andere Gegenstände an. Außerdem versuchten die sie, unter anderem in der U-Bahn den Verkehr zu stören. Die Polizei setzte mehrmals Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen.

    Regierung macht Zugeständnisse

    Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam teilte am Mittwoch mit, der Entwurf zu dem umstrittenen Gesetz über Auslieferungen nach China werde komplett zurückgezogen. Ihr zufolge werden im Oktober, wenn die Unterbrechung der Arbeit der gesetzgebenden Versammlung endet, alle notwendigen Verfahren durchgeführt.

    Der Gesetzentwurf war Auslöser der langwierigen Proteste, die anfangs friedliche Demonstrationen waren, dann aber zu Zusammenstößen auf den Straßen führten. Nach drei Monaten Chaos machten die Behörden Zugeständnisse bei nur einer der fünf Forderungen der Demonstranten.

    Die Protestierenden wiederum sind unzufrieden und fordern immer noch, „alle fünf Forderungen zu erfüllen und nicht eine weniger“. Sie fordern, die Verwendung des Begriffs „Krawalle“ in Bezug auf die Proteste vom 12. Juni fallenzulassen, alle zuvor verhafteten Demonstranten freizulassen, eine unabhängige Untersuchung der Polizeiaktionen während der Proteste vom 12. Juni durchzuführen und freie Wahlen des Regierungschefs sowie der Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung einzuführen.

    Laut Carrie Lam wird die Regierung keine Zugeständnisse bezüglich der Amnestie machen, da dies gegen die Rechtsstaatlichkeit verstoße. Dabei werde sich ein Unabhängiger Rat mit den Beschwerden hinsichtlich der Handlungen der Polizisten auseinandersetzen, und nicht eine unabhängige Kommission, wie von den Demonstranten gefordert.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Krankenhaus, Hongkong, Proteste