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02:31 20 Oktober 2019
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    Proteste in Hongkong am 14. September 2019

    Hongkong: Mehrere Menschen bei erneuten Aktionen verletzt

    © REUTERS / JORGE SILVA
    Politik
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    In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es am Samstag erneut zu Demonstrationen und Kundgebungen gekommen. Dabei sind 25 Personen verletzt worden, meldet die Hongkonger Fernseh- und Rundfunkanstalt RTHK unter Berufung auf die medizinische Verwaltung.

    Demnach kam es zwischen Demonstranten und derer Gegnern zu einem Konflik, der nach Handgreiflichkeiten im Einkaufszentrum Amoy Mall begonnen hatte. Ein Mann mit einer chinesischen Nationalflagge in der Hand schlug eine maskierte Person. Als Reaktion darauf griffen ihn maskierte Menschen mit Regenschirmen an.

    Dann traf die Polizei ein, schloss den Eingang zum Einkaufszentrum und nahm mehrere Beteiligte fest.

    Insgesamt wurden bei verschiedenen Aktionen 25 Menschen verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Die meisten von ihnen sind in stabilem Zustand.

    Regierung macht Zugeständnisse

    Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam teilte Ende August mit, der Entwurf zu dem umstrittenen Gesetz über Auslieferungen nach China werde zurückgezogen. Ihr zufolge werden im Oktober, wenn die Unterbrechung der Arbeit der gesetzgebenden Versammlung endet, alle notwendigen Verfahren durchgeführt.

    Der Gesetzentwurf war Auslöser der langwierigen Proteste, die anfangs friedliche Demonstrationen waren, dann aber zu Zusammenstößen auf den Straßen führten. Nach drei Monaten Chaos machten die Behörden Zugeständnisse bei nur einer der fünf Forderungen der Demonstranten.

    Die Protestierenden wiederum sind unzufrieden und fordern immer noch, „alle fünf Forderungen zu erfüllen und nicht eine weniger“. Sie fordern, die Verwendung des Begriffs „Krawalle“ in Bezug auf die Proteste vom 12. Juni fallenzulassen, alle zuvor verhafteten Demonstranten freizulassen, eine unabhängige Untersuchung der Polizeiaktionen während der Proteste vom 12. Juni durchzuführen und freie Wahlen des Regierungschefs sowie der Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung einzuführen.

    Laut Carrie Lam wird die Regierung keine Zugeständnisse bezüglich der Amnestie machen, da dies gegen die Rechtsstaatlichkeit verstoße. Dabei werde sich ein Unabhängiger Rat mit den Beschwerden hinsichtlich der Handlungen der Polizisten auseinandersetzen, und nicht eine unabhängige Kommission, wie von den Demonstranten gefordert.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    china, Polizei, Wahlen, Protest, Demonstration, Hongkong