21:42 06 Dezember 2019
SNA Radio
    US-Botschafter in Russland Jon Huntsman (Archiv)

    US-Botschafter zuversichtlich: Moskau und Washington können neues Abrüstungs-Abkommen vereinbaren

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
    Politik
    Zum Kurzlink
    164726
    Abonnieren

    Der gültige START-III-Vertrag über die Begrenzung strategischer Offensivwaffen läuft im Februar 2021 ab. Nun hat sich Jon Huntsman, der US-Botschafter in Russland, zu dem Thema geäußert. Ihm zufolge können Russland und die USA einen neuen Vertrag aushandeln, der den aktuellen Stand der Dinge berücksichtigen wird.

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns einem solchen Stand nähern“, so Huntsman im Gespräch mit dem russischen TV-Sender „Doshd“ (dt.: Regen). Damit beantwortete er die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass es im Jahr 2021, wenn der START-III-Vertrag ausläuft, kein gültiges grundlegendes Dokument zur Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland geben werde.

    Huntsman zufolge werden Moskau und Washington in der Lage sein, durch Verhandlungen zu einem neuen, umfassenderen Vertrag zu gelangen, der die gegenwärtigen Realitäten berücksichtigen wird.

    Der US-Botschafter vertritt die Ansicht, dass nach dem Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag (über die Reduzierung bodengestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen) nicht über eine neue Phase des Wettrüstens gesprochen werden könne.  

    „Die Fakten deuten darauf hin, dass nichts dergleichen passiert. In Zukunft wird es weitere Verhandlungen geben, die sich mit internationaler Sicherheit, der Rüstungskontrolle und strategischer Stabilität befassen werden, und dies genau unter jenen Bedingungen, die heute auf der Welt existieren, und nicht vor zehn Jahren, nicht vor 30 Jahren ... Wir haben noch zu tun“, so Huntsman.

    Ihm zufolge misst US-Präsident Donald Trump der Frage der Rüstungskontrolle große Bedeutung bei.

    „Er sprach mit (Russlands) Präsident Putin darüber. Ich war mit Außenminister Pompeo zusammen, als er vor nicht allzu langer Zeit mit Präsident Putin in Sotschi zusammentraf. Wir hatten eine sehr nützliche Diskussion über die Themen, die auf der russischen Seite für Besorgnis sorgen, und auch über jene, die uns stören. Und wir skizzierten weitere Maßnahmen im Bereich Rüstungskontrolle. Diese Diskussionen waren nur der Anfang, es muss noch viel mehr getan werden“, so der US-Botschafter.

    INF-Vertrag

    Am 2. August lief der INF-Vertrag aus. Anfang 2019  kündigte Washington einen einseitigen Rückzug aus diesem Abkommen an und warf dabei Russland vor, es langjährig verletzt zu haben. Moskau wies alle Anschuldigungen zurück.

    Anfang Juli unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin ein Gesetz zur Aussetzung des INF-Vertrags. Zuvor hatte Russland wiederholt erklärt, dass es diese Vereinbarung vollständig einhalte. Der russische Außenminister Sergej Lawrow stellte fest, dass Moskau sehr ernste Fragen bezüglich der Einhaltung des Vertrags durch die Amerikaner selbst habe. Ihm zufolge sind die US-Vorwürfe in punkto Verletzung des INF-Vertrags durch Russland  unbegründet.

    START-III-Vertrag

    Der 2010 unterzeichnete Vertrag über die Reduzierung strategischer Offensivwaffen (START-III) ist nach wie vor das einzige derzeit geltende Abkommen über die Rüstungsbegrenzung zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Es läuft im Februar 2021 aus, und die US-Regierung gab bisher nicht bekannt, ob Washington beabsichtige, die Vereinbarung zu verlängern.

    Zuvor sagte der Ex-Sicherheitsberater von US Präsident Donald Trump, John Bolton, dass der START-III-Vertrag wahrscheinlich nicht verlängert werden werde, da er Mängel aufweise. Russland wiederum hatte wiederholt erklärt, dass es bereit sei, darüber zu diskutieren.

    US-Präsident Donald Trump kündigte den Wunsch an, ein neues dreiseitiges Atomabkommen zwischen Russland, China und den USA auszuarbeiten. In Peking wurde diese Idee jedoch abgelehnt.

    pd/mt/

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Geflüchteter ukrainischer Oligarch in Deutschland festgenommen – Medien
    „Was ist los?“: Putin spricht in Sotschi plötzlich Deutsch – Video
    Deutschland leitet eigene Ermittlungen gegen mutmaßliche Skripal-Attentäter ein – Medien
    Tags:
    Rüstungskontrolle, INF-Vertrag, Wettrüsten, Wladimir Putin, Donald Trump, Russland, USA, START-III-Vertrag