06:21 06 Dezember 2019
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    Folgen eines Luftangriffs der von Saudi-Arabien angeführten Koalition im Jemen (Archiv)

    Teheran appelliert an Riad: Jemen-Krieg stoppen statt Iran grundlos zu bezichtigen

    © AP Photo / Hani Mohammed
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    Das iranische Außenministerium hat als Reaktion auf eine Erklärung des saudischen Chefdiplomaten am Samstag Riad aufgefordert, den Krieg im Jemen zu beenden.

    Am Samstag erklärte der saudi-arabische Außenminister Adil al-Dschubair, dass die jüngsten Angriffe auf Ölraffinerien des Konzerns Saudi Aramco nicht von den jemenitischen Huthi-Rebellen, sondern von dem Iran durchgeführt worden seien.

    „Anstatt grundlose Anschuldigungen gegen andere zu erheben, sollte die saudische Regierung den verheerenden Krieg im Jemen so schnell wie möglich beenden, der nichts anderes als die Tötung unschuldiger Menschen und die Zerstörung dieses Landes gebracht hat“, verlautete die Antwort in einer Erklärung des iranischen Außenamtssprechers Abbas Musawi.

    Er bestritt erneut die Vorwürfe, dass der Iran in die Angriffe auf die Ölanlagen verwickelt gewesen sei.

    Angriffe auf saudische Ölanlagen

    Am 14. September lösten Drohnen-Angriffe Brände in den größten Ölraffinerien Saudi-Arabiens aus, das Königreich war gezwungen, die Ölproduktion um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Der saudische Energieminister kündigte jedoch am 17. September an, dass die Ölvorräte dank der Verwendung der Reserven bereits wieder auf das vorherige Niveau zurückgekehrt seien.

     Iranischer Außenminister Mohammed Dschawad Sarif
    © REUTERS / TT News Agency / Janerik Henriksson
    Zu den Attacken bekannten sich die Huthi-Rebellen, gegen die eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition im Jemen kämpft. Trotzdem behauptet Saudi-Arabien, dass der Iran hinter den Angriffen stehe. Auch der US-Außenminister Mike Pompeo machte Teheran dafür verantwortlich. Der Iran bestreitet kontinuierlich die Vorwürfe. Daraufhin verhängten die USA Sanktionen gegen Irans Zentralbank und schickten weitere Soldaten in den Nahen Osten.

    Konflikt im Jemen

    Der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung „Ansar Allah“ und der Regierung von Jemen dauert seit 2014 an. Seit März 2015 beteiligt sich eine Reihe von arabischen Staaten, angeführt von Saudi-Arabien, an den Kämpfen auf der Seite des Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi. Seither führen die Huthi-Rebellen Schläge als Gegenmaßnahme zu den Luftangriffen auf ihre Objekte im Jemen.

    Laut den Vereinten Nationen hat die Krise zur größten humanitären Katastrophe der Gegenwart geführt. 24 Millionen Menschen, davon 12,3 Millionen Kinder, benötigen lebenswichtige Hilfe. 14 Millionen sind akut von Hungersnot bedroht. Seit April 2017 wurden mehr als 1,3 Millionen Cholera-Verdachtsfälle registriert.

    msch/mt/sna

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    Tags:
    Huthi-Rebellen, Krieg, Jemen, Saudi-Arabien, Iran