16:12 05 Dezember 2019
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    Unterstützer mit dem Bild des Wikileaks-Gründers Julian Assange in London (Archiv)

    „Schlechter als bei Terroristen“: WikiLeaks-Chef zu Haftbedingungen von Julian Assange

    © AP Photo / Frank Augstein
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    Laut dem WikiLeaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson halten die britischen Behörden Julian Assange unter schlechteren Bedingungen als verurteilte Terroristen.

    Assange sei der Briefwechsel untersagt worden, und er könne nur zweimal im Monat Besucher empfangen, so Hrafnsson gegenüber dem Nachrichtenportal „The Grayzone“. Der WikiLeaks-Gründer sei in der Haft nahezu isoliert, fügte er hinzu.

    Obwohl Assange seine Strafe wegen Verstoßes gegen die Kautionsauflagen bereits abgesessen habe und am 22. September freigelassen werden müsse, werde er für die Zeit der Auslieferungsverhandlungen im Gefängnis bleiben. Dies sei auf die Entscheidung der District-Richterin Vanessa Baraitser zurückzuführen, die davon überzeugt sei, dass Assange entkommen könne, wenn er aus der Haft entlassen werde.

    Laut Hrafnsson zeigt diese Entscheidung eine voreingenommene Haltung gegenüber dem WikiLeaks-Gründer.

    Fall Assange

    Julian Assange wurde durch seine Beiträge bekannt, in denen die illegalen Aktionen der USA bei Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak aufgedeckt wurden. Der Journalist veröffentlichte Angaben über die Tötung von Zivilisten während der Kampfhandlungen sowie über die Haftbedingungen im amerikanischen Gefängnis von Guantanamo auf Kuba.

    2010 wurde er in Schweden sexueller Belästigung und Vergewaltigung beschuldigt. Assange bestritt die Vorwürfe. Ihm zufolge handelten die Frauen, die Strafanzeige gegen ihn erstatten hatten, aus Rache und unter Druck der Strafverfolgungsbehörden.

    Seit 2012 hatte sich der Whistleblower in der ecuadorianischen Botschaft in London verborgen gehalten, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen.

    Im April 2019 hatte Ecuador die Asylgewährung gegenüber Julian Assange widerrufen und ihn aus der Botschaft in London verwiesen. Der WikiLeaks-Gründer wurde daraufhin anhand von Schweden und den USA erteilter Haftbefehle von der Polizei in London festgenommen

    Am 1. Mai wurde Assange zu 11,5 Monaten Gefängnis wegen Verletzung der Kautionsauflagen verurteilt. Am 2. Mai gab das Gericht in London Washington 65 Tage Zeit, um einen Auslieferungsantrag rechtlich zu begründen.

    Danach erhoben die US-Behörden neue Anklagen wegen Spionage und Offenlegung von Geheiminformationen gegen Assange. Jetzt drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Das Gericht muss über die Auslieferung des Journalisten an die USA entscheiden.

    Ende Mai wurde Assange in die medizinische Abteilung des britischen Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh verlegt. Seinem Anwalt zufolge fühlte sich der Journalist so schlecht, dass „es unmöglich war, ein normales Gespräch mit ihm zu führen“.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Spionage, Auslieferung, Schweden, USA, Guantanamo, WikiLeaks, Julian Assange