07:29 07 Dezember 2019
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    Amesbury-Giftopfer Charlie Rowley bei Besuch in der russischen Botschaft in London

    Sechsstelliger Betrag: Nervengift-Opfer von Amesbury will Russland auf Schmerzensgeld verklagen

    © Sputnik / TASS/POOL
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    Der Brite Charles Rowly, der im Sommer 2018 mit einem Nervengift in Kontakt gekommen war und ernste gesundheitliche Schäden davongetragen hatte, will Russland nun auf Schadensersatz verklagen. Das berichtet die Zeitung „The Mirror“ unter Berufung auf Rowly und dessen Anwalt. Das Nervengift-Opfer wünscht nach eigenen Worten „Gerechtigkeit“.

    Der gewünschte Schadensersatz soll mehr als eine Million Pfund betragen. „Das hat sich auf eine enorme Weise auf mein Leben ausgewirkt. Ich will Gerechtigkeit“, zitiert das Blatt den Briten. Die Freundin von Rowly, Dawn Sturgess, war 2018 an den Folgen der Nervengift-Vergiftung gestorben.

    Rowly habe den Top-Juristen Patrick Maguire angeheuert, der zuvor die Interessen der Opfer des Westminster-Terroranschlags 2017 in London vertreten hatte. Maguire prüft unter anderem die Möglichkeit, den russischen Staat zu verklagen. Sein Mandant leide weiterhin an „ernsten Nebenwirkungen des Giftstoffs“. Doch Rowlys größter Wunsch sei es, die Wahrheit darüber herauszufinden, was damals wirklich passiert war. Es gebe immer noch viele unbeantwortete Fragen.

    Im vergangenen April hatte sich Rowly zusammen mit seinem Bruder Matthew mit dem russischen Botschafter in London, Alexander Jakowenko, getroffen. Der Brite stellte Fragen zu dem Vorfall und wollte insbesondere wissen, ob Russland etwas damit zu tun hatte.

    Vergiftungen in Salisbury und Amesbury

    Charlie Rowley und seine Lebensgefährtin Dawn Sturgess waren am 30. Juni 2018 in Amesbury mit starken Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Scotland Yard erklärte kurz darauf, das Paar sei mit „Nowitschok“ vergiftet worden – dem gleichen Giftgas, das angeblich bei dem Anschlag auf den ehemaligen russischen GRU-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzt wurde.

    Dawn Sturgess war eine Woche später an den Folgen der Vergiftung gestorben. Charlie Rowley wurde am 20. Juli aus dem Krankenhaus entlassen. Die Frau wurde am 30. Juli eingeäschert.

    Am 4. März desselben Jahres sollen der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia laut Behauptungen der britischen Behörden mit Nervengas vergiftet worden sein, was einen großen internationalen Skandal auslöste. London machte Russland für die Vergiftung der Skripals mit dem Giftstoff A234 verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigung als völlig haltlos und unbegründet zurück.

    Die damalige britische Premierministerin Theresa May ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    ta/sb

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    Tags:
    Nervengift, Großbritannien, Amesbury