02:47 25 September 2020
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    Das Weiße Haus hat laut dem Whistleblower in der Ukraine-Affäre versucht, den Wortlaut des Telefonats zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenski vom Juli zu vertuschen.

    Das geht aus der schriftlichen Beschwerde des anonymen Geheimdienstlers hervor, die der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses am Donnerstag veröffentlichte.

    Mehrere führende Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten sich in den Tagen nach dem Gespräch Ende Juli bemüht, den Zugang zur Mitschrift zu sperren, soll es in der Beschwerde laut dem Sender CNN heißen. Die Identität des Whistleblowers ist nicht öffentlich bekannt.

    Die Demokratin Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, machte dem Weißen Haus denselben Vorwurf. Pelosi sagte am Donnerstag, die Handlungen des republikanischen Präsidenten hätten den Demokraten keine andere Wahl gelassen, als Schritte für ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten.

    „Es ist eine traurige Woche für unser Land“, sagte Pelosi. „Die Traurigkeit wächst mit jedem Tag, weil die Missachtung, die der Präsident für unsere Verfassung zeigt, deutlicher wird.“

    Sie warf Trump vor, in seinem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenski gegen seinen Amtseid verstoßen zu haben. Dass Trump denke, dass das vom Weißen Haus veröffentlichte Gesprächsprotokoll seines Telefonats mit Selenski Ende Juli ihn entlaste, zeige nur, dass er nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden könne.

    Telefongespräch zwischen Trump und Selenski

    Am 25. Juli hatten die beiden Präsidenten ein Telefonat geführt, welches Trump ernste Probleme bereiten könnte. Die Mitschrift des Telefongesprächs, die am Mittwoch veröffentlicht wurde und sofort hohe Wellen schlug, soll brisante Informationen enthalten.

    Zum Beispiel habe Trump seinen ukrainischen Amtskollegen darum gebeten, Nachforschungen darüber anzustellen, ob der frühere Vizepräsident Joe Biden die Einstellung der Ermittlungen gegen eine ukrainische Firma erwirkt habe, an der sein Sohn beteiligt sein könnte.

    Selenski wiederum habe sich laut Mitschrift über mangelnde Unterstützung seitens der EU - insbesondere Deutschlands und Frankreichs - beklagt. Die Vereinigten Staaten seien diejenigen, die mit Sanktionen gegen Russland für die Ukraine ziemlich viel tun würden.  

    Kommendes Jahr finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt und Joe Biden ist nach jetzigem Stand aussichtsreichster Präsidentschaftsbewerber der Demokraten. Die Demokraten machen ernst und haben bereits Ermittlungen eingeleitet. Sie streben ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump an.

    mk/ae

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    Tags:
    Whistleblower, Weißes Haus, Donald Trump