07:24 25 Oktober 2020
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    Kurz nach der Terrorattacke auf dem Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 ist ein Handy-Video vom Tatort an die Polizei geschickt worden. Der Zeuge wurde aber erst knapp drei Jahre später dazu befragt.

    Das Video zeigt laut Bundestagsabgeordneten, die es am Donnerstag angeschaut haben, ein Handgemenge zwischen zwei bis drei Männern direkt nach der Tat. Nur einer der Männer wurde demnach bisher identifiziert – von ihm weiß man bis heute nicht, wie er sich an dem Abend eine schwere Kopfverletzung zuzog, an deren Folgen er bis heute leidet.

    Einige Mitglieder des Untersuchungsausschusses des Bundestages zu dem Anschlag zeigten sich empört über diesen Vorgang.

    „Es steht der schwerwiegende Verdacht im Raum, dass das BKA hoch relevantes Beweismaterial kurz nach dem Anschlag nicht sorgfältig genug ausgewertet hat“, so die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic.

    Dabei stelle sich auch die Frage, ob man mit anderen Aufnahmen vom Tatort in ebenso „nachlässiger Weise“ umgegangen sei.

    FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser teilte unter anderem mit, dass man eine umfassende Aufklärung fordert:

    Anschlag auf Breitscheidplatz 

    Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen gestohlenen Lkw in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche gesteuert. Bei dem islamistischen Terroranschlag starben zwölf Menschen, mehr als 60 weitere Weihnachtsmarktbesucher wurden verletzt. Amri flüchtete nach der Tat nach Italien, wo er später von Polizisten erschossen wurde.

    Am Donnerstag befragte der Ausschuss einen Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, der bereits Anfang 2016 den Eindruck gewonnen hatte, dass Amri „potenziell als Attentäter infrage kommt“.

    ak/sb/dpa

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    Tags:
    Untersuchung, Video, Bundestag, Terroranschlag, Berlin, Anis Amri