07:23 18 November 2019
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    Erstmals seit Fünf-Tage-Krieg 2008: Außenminister Russlands und Georgiens sprechen miteinander

    © Sputnik / Alexander Schtscherbak
    Politik
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    Die Zusammenkunft zwischen Sergej Lawrow und Dawid Salkaliani am Rande der 74. UN-Generalversammlung in New York ist zum ersten Treffen zwischen einem russischen und einem georgischen Außenminister seit mehr als zehn Jahren geworden.

    Das Treffen fand am Donnerstag statt und wurde unter der Assistenz der Schweiz organisiert, teilte Russlands Außenamt auf seiner offiziellen Webseite mit.

    „Beim Gespräch wurden aktuelle Fragen der bilateralen Agenda besprochen. Ein Meinungsaustausch zu Problemen der regionalen Sicherheit fand statt“, so das Ministerium.

    Der UN-Generalsekretär, António Guterres, begrüßte laut seinem Sprecher, Stéphane Dujarric, das Treffen.

    Russisch-georgische Beziehungen

    Zwischen Moskau und Tiflis gibt es keine diplomatischen Beziehungen, nachdem Russland am 26. August 2008 nach dem Fünf-Tage-Krieg die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien anerkannt hatte. Der Dialog zwischen Russland und Georgien wurde im Rahmen der internationalen Diskussionen in Genf geführt. Außerdem finden seit 2012 regelmäßig Verhandlungen in Prag zwischen dem russischen Vize-Außenminister und dem Sonderbeauftragten des georgischen Premiers in Fragen der Regelung der Russland-Beziehungen statt.

    Jüngste Eskalation zwischen Moskau und Tiflis

    Die georgisch-russischen Beziehungen verschärften sich nach dem Besuch der russischen Abgeordneten in Tiflis, die zu einem Treffen der Interparlamentarischen Versammlung für Orthodoxie (IAO), einem Forum von Abgeordneten aus überwiegend christlich-orthodoxen Ländern, gekommen waren.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow
    © Sputnik / Jekaterina Schtukina
    Der Besuch löste Tumulte aus: Die Hauptstadt von Georgien wurde am 20. Juni von den Protesten überwältigt. Die Radikalen versuchten, das Parlamentsgebäude zu stürmen, in dem sich die russischen Vertreter befanden. Die Spezialeinsatzkräfte lösten die Kundgebung auf, doch die Proteste wurden am 21. Juni fortgesetzt. Nach Angaben der Regierung wurden bei den Zusammenstößen 240 Menschen verletzt und mehr als 300 festgenommen.

    Am 21. Juni hatte Russlands Präsident Wladimir Putin einen Erlass über das Verbot für russische Fluggesellschaften verabschiedet, ab 8. Juli Flüge nach Georgien durchzuführen. Später breitete sich das Verbot auch auf die georgischen Flugunternehmen aus, die nach Russland fliegen.

    mo/ae/sna

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    Tags:
    Georgien, Sergej Lawrow, Russland