19:25 14 Dezember 2019
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    Bilder des iranischen Revolutionsführers Ruhollah Khomeini und des Staastoberhaupts des Landes, Ajatollah Ali Khamenei, in Teheran (Archiv)

    US-Sanktionen gegen den Iran: Teheran fordert Entschädigung in Milliardenhöhe

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    Laut Mohsen Rezai, dem Sekretär des iranischen Wächterrates, müssen die USA Teheran einen Schadenersatz in Höhe von 50 Milliarden Dollar für die von den Sanktionen verursachten Verluste zahlen. Zudem müsse Washington selbst zunächst zum Atomabkommen zurückkehren, wenn es wolle, dass der Iran das tut, so die Botschaft des hochrangigen Politikers.

    „Wir brauchen Bedingungen, die über den gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPoA) hinausgehen. Wenn die Amerikaner wollen, dass wir zum JCPoA zurückkehren, müssen sie das selbst tun und mindestens 50 Milliarden Dollar Entschädigung für Sanktionen zahlen“, zitiert die iranische Nachrichtenagentur ISNA Mohsen Rezai.  

    Was die gegen den Iran verhängten US-Sanktionen anbetrifft, so sagte er, dass Washington versuche, die Handelsbeziehungen des Landes zu kappen und damit dessen Blockierung  zu erreichen.

    Zuvor hatte Brian Hook, der Sonderbeauftragte des US-Außenministeriums für den Iran, erklärt, die USA würden die Verluste des Iran durch Öl-Sanktionen auf 50 Milliarden Dollar schätzen.

    Der Wächterrat ist der mächtigste Teil der iranischen Regierung.

    Atomabkommen mit dem Iran

    Die 5+1-Staaten (UN-Vetostaaten und Deutschland) und der Iran hatten im Juli 2015 ein Abkommen vereinbart. Der Iran verpflichtete sich, wesentliche Teile seines Atomprogramms zu beschränken. Im Gegenzug wurden Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben. Anfang Mai 2018 hatte der US-Präsident angekündigt, dass die USA sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen würden. Donald Trump hatte die umfassenden Sanktionen gegen den Iran, die vorher als Folge des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPoA) ausgesetzt worden waren, erneut veranlasst.

    Zum Jahrestag des US-Ausstiegs aus dem internationalen Atomabkommen hatte der Iran seinerseits verkündet, dass er sich teilweise aus dem Atomabkommen zurückziehen werde.

    Der Iran hatte seine Handlungen auf die Verstöße gegen das Atomabkommen vonseiten der USA und auf die von Washington verhängten Sanktionen zurückgeführt.

    Laut dem Atom-Deal darf der Iran maximal 130 Tonnen schweres Wasser und 300 Kilogramm bis auf 3,67 Prozent angereichertes Uran besitzen. Überschüssige Mengen müssen exportiert werden

    Doch hatte zuvor die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO)  bestätigt, dass der Iran die Obergrenze seiner zulässigen Vorräte von 300 Kilogramm überschritten habe. 

    Medienberichten zufolge hat der Iran bereits 20 Zentrifugen IR-4 zur Anreicherung von Uran anstelle von zehn installiert, die im Rahmen des Atomabkommens vorgesehen sind. Darüber hinaus soll der Iran mit der Gasifizierung einer Kaskade von 20 moderneren IR-6-Zentrifugen begonnen haben. Teheran habe sie faktisch früher in Betrieb genommen, als es der Atomdeal  bezüglich der Tests verschiedener Maschinentypen vorschreibt.

    pd/mt/sna

     

     

     

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    Tags:
    US-Sanktionen, Atomabkommen, Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA), Iran, USA, Handelsbeziehungen