04:41 21 November 2019
SNA Radio
    Unterstützer mit dem Bild des Wikileaks-Gründers Julian Assange in London (Archiv)

    „Jeder Art von Qual ausgesetzt“: Vater von Julian Assange beschuldigt britisches Gefängnis

    © AP Photo / Frank Augstein
    Politik
    Zum Kurzlink
    162112
    Abonnieren

    John Shipton, der Vater des WikiLeaks-Gründers Julian Assange, hat die Lebensverhältnisse seines Sohns im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh als leidvoll bezeichnet. Er sei jeder Art von Qual ausgesetzt. Dies berichtet die britische Zeitung „The Independent“.

    „Ich habe Julian das letzte Mal im August besucht – er war etwas wackelig und leidet unter Angstzuständen. Er hat viel an Gewicht verloren. Es ist sehr beunruhigend, und die Intensität seiner Behandlung hat im letzten Jahr zugenommen“, zitiert das Blatt John Shipton.

    Ihm zufolge ist Julian Assange „jeder Art von Qual ausgesetzt“.

    Es sei „außergewöhnlich“, dass sein Sohn in einem der berüchtigtsten Gefängnisse Großbritanniens festgehalten werde, obwohl die Vereinten Nationen seine Freilassung gefordert haben.

    „Die einzigen Personen, die gegen das Gesetz verstoßen, sind die britische Regierung und der Crown Prosecution Service (CPS) (die Staatsanwaltschaft – Anm. d. Red.)“, so Shipton weiter.

    Zuvor hatte Carlos Poveda, der Anwalt von Julian Assange, gegenüber der russischen Agentur RIA Novosti mitgeteilt, dieser befinde sich nach wie vor in völliger Isolation, und es sei nur eine Stunde Zeit für zwischenmenschliche Kommunikation vorgesehen. Poveda betonte auch, dass die schrecklichen Haftbedingungen zu ernsthaften Gesundheitsproblemen geführt hätten.

    Fall Assange

    Julian Assange wurde dank geleakten Unterlagen bekannt, in denen die illegalen Aktionen der USA bei Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak aufgedeckt wurden. Der Journalist veröffentlichte Angaben über die Tötung von Zivilisten während der Kampfhandlungen sowie über die Haftbedingungen im amerikanischen Gefängnis von Guantanamo auf Kuba.

    2010 wurde er in Schweden sexueller Belästigung und Vergewaltigung beschuldigt. Assange bestritt die Vorwürfe. Ihm zufolge handelten die Frauen, die Strafanzeige gegen ihn erstatten hatten, aus Rache und unter Druck der Strafverfolgungsbehörden.

    Seit 2012 hatte sich der Whistleblower in der ecuadorianischen Botschaft in London verborgen gehalten, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen.

    Im April 2019 hatte Ecuador die Asylgewährung gegenüber Julian Assange widerrufen und ihn aus der Botschaft in London verwiesen. Der WikiLeaks-Gründer wurde daraufhin anhand von Schweden und den USA erteilter Haftbefehle von der Polizei in London festgenommen

    Am 1. Mai wurde Assange zu 11,5 Monaten Gefängnis wegen Verletzung der Kautionsauflagen verurteilt. Am 2. Mai gab das Gericht in London Washington 65 Tage Zeit, um einen Auslieferungsantrag rechtlich zu begründen.

    Danach erhoben die US-Behörden neue Anklagen wegen Spionage und Offenlegung von Geheiminformationen gegen Assange. Jetzt drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Das Gericht muss über die Auslieferung des Journalisten an die USA entscheiden.

    Ende Mai wurde Assange in die medizinische Abteilung des britischen Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh verlegt. Seinem Anwalt zufolge fühlte sich der Journalist so schlecht, dass „es unmöglich war, ein normales Gespräch mit ihm zu führen“.

    pd/sb/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Verhältnis, Großbritannien, Gefängnis, Vater, Julian Assange