14:01 20 November 2019
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    Carles Puigdemont

    Kataloniens Separatistenchef Puigdemont glaubt nach wie vor an den Sieg

    © Sputnik / Jordi Boyshareu
    Politik
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    Die katalanischen Separatisten haben am zweiten Jahrestag des illegalen Unabhängigkeitsreferendums von 2017 den Willen zur Fortsetzung ihres Kampfes bis zur Trennung von Spanien bekräftigt. Dies verdeutlicht ein Tweet von Carles Puigdemont am Dienstag auf Twitter.

    Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont schrieb, dass keine Unterdrückung den Kampf stoppen könne, weder damals noch heute, und sie siegen würden.

    Auch Puigdemonts Nachfolger, Ministerpräsident Quim Torra, gab sich auf einer  Gedenkveranstaltung im Regierungspalast in Barcelona kämpferisch. Man würde ohne Ausreden weitermachen, um die katalanische Republik zu verwirklichen. „Das ganze Projekt“ wolle man „auf demokratischem und friedlichem Wege“ durchführen.

    Torra sagte auch, seine Regierung verpflichte sich zur Erreichung der „Freiheit aller politischen Gefangenen und der Rückkehr der Exilanten“. Mit Spannung und auch mit Sorge werden in Spanien die Urteile im historischen Prozess gegen zwölf Separatistenführer erwartet, die bald bekanntgegeben werden müssten. Das Verfahren vor dem Obersten Gericht war bereits im Juni abgeschlossen worden.

    Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte derweil die Separatisten davor, „mit dem Feuer zu spielen“. Katalonien könne, wie im Herbst 2017, wieder unter Zwangsverwaltung gestellt werden, sagte der Sozialist im Interview mit dem Radiosenders Cadena Ser.

    Anlässlich des Referendumsjahrestags versammelten sich im katalanischen Girona rund 300 Anhänger der Unabhängigkeits-Bewegung vor der Kaserne der Guardia Civil (Zivilgarde), um gegen die Präsenz dieser paramilitärischen spanischen Polizeieinheit in Katalonien zu protestieren. Teilnehmer der Demonstration bewarfen das Gebäude nach Medienberichten mit Eiern und Farbbeuteln.

    Carles Puigdemont war im Herbst 2017 nach dem Referendum vom 1. Oktober und einem anschließenden Beschluss des Regionalparlaments zur Abspaltung von Spanien nach Belgien geflohen, um einer Verhaftung zu entgehen. Seitdem hält er sich in Brüssel auf, von wo aus er als aktiver Führer der separatistischen Bemühungen agiert.

    In einem Gespräch mit Sputnik erzählte Puigdemont, dass Katalonien versucht habe, mit allen spanischen Regierungen – egal, ob rechts oder links – zusammenzuarbeiten, und sich 30 Jahre um einen Dialog bemüht habe. Aber dieser Dialog sei nie wirklich zustande gekommen und die Unabhängigkeit sei nun die einzige Alternative.

    mk/mt/dpa

     

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    Tags:
    Separatisten, Katalonien, Carles Puigdemont