06:11 15 November 2019
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    Hauptgebäude des russischen Außenministeriums in Moskau

    Iranischer Botschafter ins russische Außenministerium einbestellt

    © Sputnik / Wladimir Sergejew
    Politik
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    Die im Iran festgenommene oppositionelle russische Journalistin Julia Jusik soll nach Angaben des Außenministeriums in Teheran wieder freigelassen werden.

    „Sie wurde für eine Vernehmung festgenommen und wird bald wieder freigelassen“, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Musawi, gegenüber Sputnik.

    Neues zum Thema: Am 7. Oktober teilte der iranische Regierungssprecher Ali Rabiei mit, dass die Festnahme der Journalistin nichts mit Spionage zu tun habe und wegen eines Verstoßes gegen Visumbestimmungen erfolgt sei.

    Jusik hat als Korrespondentin bei der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ und dem Magazin „Russian Newsweek“ gearbeitet. Sie ist unter anderem für ihr 2003 veröffentlichtes Buch „Bräute des Allahs“ bekannt, das von Selbstmordattentäterinnen aus der russischen Kaukasus-Region handelt.

    2016 war sie als Kandidatin von der oppositionellen Partei der Volksfreiheit (Parnas) bei der Staatsduma-Wahl angetreten. Unterstützt wurde sie von der Bewegung „Offenes Russland“ des derzeit im Ausland lebenden russischen Oligarchen Michail Chodorkowski.  

    Irans Botschafter ins russische Außenministerium zitiert

    Russlands Außenministerium hatte zuvor den iranischen Botschafter wegen der jüngsten Festnahme einer russischen Bürgerin in Teheran einbestellt. Dies erklärte am Freitag die Sprecherin der Behörde, Maria Sacharowa.

    „Im Zusammenhang mit der Festnahme der russischen Bürgerin Julia Jusik in Teheran wurde der iranische Botschafter ins Außenministerium geladen, um die Umstände des Vorgefallenen zu klären und die Rechte der Russin zu sichern“, so Sacharowa.

    Zuvor hatte Russlands Botschaft in Teheran mitgeteilt, dass die russische Journalistin am 29. September auf eine private Einladung hin in Teheran angekommen sei. Am Flughafen hätten Unbekannte den Pass der Russin beschlagnahmt. Am 2. Oktober wurde die Journalistin im Hotel festgenommen.

    Der Presseattaché der russischen Botschaft in Teheran, Andrej Ganenko, teilte unter anderem mit: „Laut den Aussagen der Mutter wurde Julia vorgeworfen, für die israelischen Geheimdienste tätig gewesen zu sein. Die Mitarbeiter der Botschaft erfuhren davon am Morgen des 4. Oktobers. Wir haben bisher keine offizielle Bekanntmachung von lokalen Behörden erhalten.“

    „Die Botschaft und der Botschafter persönlich sind mit der Leitung des iranischen Außenministeriums ständig in Kontakt. Da heute Feiertag ist, sind erst morgen praktische Maßnahmen von den Kollegen zu erwarten“, so Ganenko.

    Darüber hinaus sagte er: „Wir unternehmen jetzt und in Zukunft alle notwendigen Schritte, um die Situation zu klären. Ich möchte hinzufügen, dass die Bürgerin Jusik über ihre Ankunft in Teheran (…) und über die entstandenen Probleme durch die Beschlagnahmung des Passes nicht informiert hatte.

    Der Diplomat verwies darauf, dass sie laut den Aussagen ihres Ehemannes damit gerechnet haben soll, hier auf bestimmte Probleme zu stoßen.

    ak/ae/sna

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    Tags:
    Maria Sacharowa, Botschafter, Iran, Festnahme, Journalistin, Außenministerium Russlands