20:19 14 November 2019
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    Wladimir Putin bei der Plenarsitzung vom Waldai-Klub in Sotschi

    „Sonst vernichte ich euch!“ - Ein Präsident attackiert plötzlich USA und stiehlt Putin die Show

    © Foto: Ivan Klimychev / Valdai Discussion Club
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    Auf dem diesjährigen Treffen des Internationalen Diskussionsclubs Waldai ist am Donnerstag in Sotschi viel über den Einfluss des Ostens auf die weltpolitische Ordnung diskutiert worden. Dabei sorgte der Präsident der Philippinen, Rodrigo Roa Duterte, bei den Zuhörern samt Wladimir Putin für eine amüsante Überraschung, als er zum Mikrofon griff.

    Seit 2004 tagt der Diskussionsclub hin und wieder zu den wichtigsten außenpolitischen Themen. Seit einigen Jahren führt dieser immer mehr ausländische Experten sowie Spitzenpolitiker zusammen, die sich nicht nur für Russlands Rolle in der Welt, sondern auch für die weltpolitische Wende sowie für wirtschaftliche Trends interessieren.

    So war es auch diesmal in Sotschi beim Thema „Morgenröte des Ostens in der politischen Ordnung“. Da Russlands Präsident Wladimir Putin sich am 3. Oktober etwas Zeit für die Diskussionen genommen hat, fanden sich plötzlich auch der Präsident von Aserbaidschan Ilham Aliyev, der Präsident von Kasachstan Qassym-Schomart Tokajew, der Präsident der Philippinen Rodrigo Duterte sowie der König von Jordanien Abdullah II. bin al-Hussein zusammen.

    Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte bei der Plenarsitzung vom Waldai-Klub in Sotschi
    © Sputnik / Sergej Gunejew
    Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte bei der Plenarsitzung vom Waldai-Klub in Sotschi

    So sagte Putin diesmal als Zusatz zu seiner berühmten Münchner Rede von 2007, die Welt müsste multipolar sein, dass im Osten einer dieser Pole schon entstanden sei. Die Rede des aserbaidschanischen Präsidenten wirkte schon offenbar einschläfernd auf das Publikum, so dass sein kasachischer Amtskollege die Berkung machte, in Asien schlafe man in demselben Bett, habe aber unterschiedliche Träume. Und dann wurde Rodrigo Duterte das Wort erteilt…

    „Wenn man jemanden töten muss, dann muss man es!“

    Sollten wir über die weltpolitische Ordnung nach dem Kalten Krieg reden, so Duterte, dann müssten wir davon ausgehen, dass Pax Americana heute in einer Krise stecke. Die sogenannten Freunde würden keine Antworten auf unsere Probleme geben, sondern nur Chaos und Instabilität in die Länder wie etwa in den Irak oder nach Libyen bringen. „Sie beschneiden unsere Flügel, indem sie uns schwächen wollen! In welchem Weltall kann man dies rechtfertigen?“, äußerte Duterte leidenschaftlich. „Wir sind ihrer Kreuzzüge müde! Es ist an der Zeit, sie herauszufordern! <...>  Ich habe nichts gegen die Vereinigten Staaten <...> Die Vereinigten Staaten sind ein enger Freund der Philippinen! Ich habe nichts gegen den Liberalismus in Politik und Wirtschaft! <...> Liberalismus ist der beste Weg zu einer gerechten Gesellschaft! <...> Aber wir sind gegen bestimmte Aktionen einiger Subjekte des Völkerrechts!“, so Dutertes Botschaft.

    Nach den Auftritten kam es zu Fragen an alle Teilnehmer. Doch dann wollte der erregte Duterte wieder sprechen. Manche würden behaupten, sagte er, dass ich in etlichen Aufrufen die Ermordung von Drogenbossen fordern würde. „Ehrlich gesagt, würde ich mich freuen, wenn dies passieren würde!“ Er warnte dann wieder die USA: „Demütigen Sie mein Land nicht, sonst vernichte ich euch!“ Der Präsident der Philippinen sagte dem Publikum weiter, er habe nach seiner Vereidigung 2016 herausgefunden, dass zehn philippinische Generäle in den Drogenhandel verwickelt wären. „Und neulich, als ich schon auf dem Weg hierher war, fand ich heraus, dass zwei weitere Generäle das tun...!“ Das Publikum wirkte schon etwas amüsierter. Ob jemand auf dieser Welt von diesen Generälen noch etwas hören wird?

    „Wenn man jemanden töten muss, dann muss man es!“, - setzte Duterte fort und war nicht mehr zu stoppen. „Und wenn Sie mich aufhängen müssen, lege ich mir selbst eine Schlinge um den Hals! Aber ich rufe immer dazu auf: Schießen Sie zuerst, bevor die anderen Sie töten! <...> Wenn ich Sie am Tatort tot sehe, werde ich auf Sie noch mit dem Fuß treten: Wie haben Sie das zugelassen?“

    Somit hat der initiative Gast aus der kleinen Seerepublik allen anderen Teilnehmern des Klubs wohl die Show gestohlen. „Als ich noch Bürgermeister war, wollte ich 24.000 M16-Gewehre in den USA kaufen, um gegen die Drogenbosse zu kämpfen, aber ein Kongressabgeordneter in den USA sagte mir: ‘Verkaufen Sie ihm die im nicht, er wird sie zum Mord verwenden!’ Ich sagte ihnen, ihr habt ja die CIA, da sollt ihr es zuerst herausfinden (was auf den Philippinen passiert. - Anm. d. Red.). Auch hier sind CIA-Offiziere zugegen, sie hören uns zu!“, so Duterte weiter.

    Der Moderator des Gesprächs wollte ihn hier wieder stoppen, aber Wladimir Putin schien amüsiert: wenigstens langweilte der Mann aus dem fernen Land niemanden. Doch das Treffen sollte zu Ende geführt werden. So bemerkte Wladimir Putin dazwischen, dass Russland als Partner von China dem Nachbarland beim Aufbau eines Raketenwarnsystems helfe, über das derzeit nur Russland und die USA verfügen würden. Ob man den Westen mit dem Osten gleichsetzen könne? - fragte Putin dann zurück. „Es ist wie mit der Unisex-Kleidung: was für die Männer, das auch für die Frauen! Aber fragen wie lieber den Präsidenten der Philippinen!“ Dieser schien völlig erschöpft, erwiderte aber: „Wir holen immer nur Krümel vom Meistertisch!“ Die letzte Frage an Putin lautete: Wie sehen Sie die Zukunft der weltpolitischen Ordnung? Man müsse sich nicht beeilen, sondern die bestehenden Institute und Strukturen an die Realien der sich ändernden Welt allmählich anpassen, sagte Putin abschließend.

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    Tags:
    CIA, Rodrigo Duterte, China, Putin, Philippinen