07:29 25 Oktober 2020
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    Obwohl die Behörden ihr Vorgehen gegen Demonstranten verschärft haben, wollen die Proteste gegen die wirtschaftliche Misere im Irak nicht abklingen. Die Zahl der Toten bei den Protesten im Irak ist weiter gestiegen. Seit Beginn vor vier Tagen sind 93 Menschen ums Leben gekommen, teilte die staatliche Menschenrechtskommission am Samstag mit.

    Demnach wurden fast 4000 Menschen verletzt. Bei der überwiegenden Zahl der Opfer handele es sich um Demonstranten. Außerdem seien Dutzende Gebäude beschädigt worden.

    Die Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage hatten am Dienstag in Bagdad begonnen. Am Mittwoch gingen in der Hauptstadt, aber auch in anderen Landesteilen Tausende Menschen auf die Straße, um sich gegen Korruption und soziale Probleme im Land stark zu machen.

    Am Donnerstag verhängte Regierungschef Adil Abd al-Mahdi in Bagdad sowie in den Provinzen Maisan, al-Nadschaf, Dhi Qar Babil und Wasit eine Ausgangssperre. Am Freitag kappten die Behörden in mehreren Regionen das Internet. Die Grenze zum Iran wurde dicht gemacht. Dennoch dauerten die Proteste an.

    ​Der einflussreiche Schiitenführer Muktada as-Sadr forderte einen Rücktritt der Regierung und Neuwahlen.

    Am Freitag eröffneten die Sicherheitskräfte im Zentrum von Bagdad übereinstimmenden Berichten zufolge Feuer auf Demonstranten. Noch am selben Tag versprach der irakische Premier, ein Sozialhilfe-Gesetz durchzusetzen. Zudem ließ er einen Ausschuss bilden, der die Freilassung der festgenommenen Demonstranten in die Wege leiten soll.

    Angesichts der massiven Proteste rief UN-Generalsekretär António Guterres die Regierung und die Demonstranten im Irak zum Dialog auf.

    sp/ae

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    Verletzte, Tote, Proteste, Bagdad, Irak