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13:46 13 November 2019
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    Migranten in Europa (Archiv)

    Seehofer warnt vor „noch größerer Flüchtlingswelle” als 2015

    © AP Photo / Christian Bruna
    Politik
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    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln vor einem noch größeren Flüchtlingszustrom als 2015 gewarnt und mehr Solidarität von den EU-Mitgliedern gefordert.

    "Wir müssen unseren europäischen Partner bei den Kontrollen an den EU-Außengrenzen mehr helfen. Wir haben sie zu lange alleine gelassen", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Wenn wir das nicht machen, werden wir eine Flüchtlingswelle wie 2015 erleben - vielleicht sogar noch eine größere als vor vier Jahren."

    Er werde gemeinsam mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) "alles dazu beitragen, dass sich das nicht wiederholt". Dafür habe er "die volle Unterstützung der deutschen Bundeskanzlerin", sagte Seehofer. Am Dienstag befassen sich die EU-Innenminister mit dem Thema Migration.

    Zuvor hat der zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos Kritik an Innenminister Horst Seehofer (CSU) wegen der Aufnahme von Bootsflüchtlingen zurückgewiesen. Seehofer hatte zugesagt, dass Deutschland bis auf weiteres ein Viertel aller im zentralen Mittelmeer Geretteten aufnimmt. Einige Unionspolitiker und die FDP hatten dies kritisiert, weil eine Aufnahmegarantie Anziehungskraft für weitere Migranten entwickeln könne.

    "Ich bin anderer Meinung", sagte Avramopoulos den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Online/Print: Montag). Die Arbeit an Regelungen für die Ausschiffung dürfe nicht isoliert von allen anderen Bemühungen gesehen werden.

    "Es ist unser vorrangiges Ziel, irreguläre Ankünfte zu reduzieren, Schmuggler zu bekämpfen und die Rückführung irregulärer Migranten zu erleichtern - und ebenso, Leben zu retten und legale Wege für Schutzbedürftige zu öffnen", hieß es.

    Lösungen von Fall zu Fall seien für die Rettung von Migranten auf See "nicht nachhaltig".

    Es gebe Fortschritte bei dem Verteilungsthema, "auch dank Deutschland, das diese Diskussion vorangetrieben hat", sagte Avramopoulos. Für das Treffen der EU-Innenminister am Dienstag sei er zuversichtlich. "Weil ich das Gefühl habe, dass der Schwung da ist: Immer mehr Mitgliedstaaten erkennen, dass es berechenbare, befristete Regelungen für die Aufnahme von Bootsflüchtlingen nach der Ausschiffung geben muss."

    ai/dpa

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    Tags:
    Deutschland, Flüchtlinge, Migranten, Horst Seehofer