07:09 15 November 2019
SNA Radio
    SDF-Kämpfer feiern die Niederlage  der  Terrormiliz Islamischer Staat in Baghouz (Archivbild)

    Nach Erdogans Militärplänen für Nordsyrien: SDF droht Türkei mit „totalem Krieg“

    © AP Photo / Maya Alleruzzo
    Politik
    Zum Kurzlink
    12275152
    Abonnieren

    Der Sprecher des oppositionellen arabisch-kurdischen Militärbündnisses „Demokratische Kräfte Syriens“ (Syrian Democratic Forces, SDF), Mustafa Bali, hat die Türkei vor einem Militäreinsatz im Norden Syriens gewarnt und mit einem „totalen Krieg“ gedroht, falls Ankara einen unprovozierten Angriff wagen sollte.

    „Die SDF bekennen sich zum Rahmen des Sicherheitsmechanismus und unternehmen notwendige Schritte, um die Stabilität in der Region aufrecht zu erhalten. Allerdings werden wir jeglichen unprovozierten Angriff der Türkei ohne zu zögern in einen totalen Krieg an der gesamten Grenze verwandeln, um uns und unser Volk zu schützen“, schrieb er auf Twitter.

    ​Zuvor hatte der türkische Staatspräsident, Recep Tayyip Erdogan, bekanntgegeben, die Türkei habe notwendige Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen und könne „vielleicht heute oder morgen“ die Entscheidung treffen, einen Militäreinsatz östlich des Euphrat in Nordsyrien einzuleiten. Diese Militäroperation solle auf die Schaffung einer Sicherheitszone abzielen sowie darauf, dass die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) die syrischen Grenzgebiete verlassen. In Nordsyrien sollten die sich derzeit in der Türkei aufhaltenden syrischen Flüchtlinge untergebracht werden.

    Türkische Truppen in Syrien (Archivbild)
    © AP Photo / DHA / Mehmet Kocacik / Kirikhan

    Außerdem forderte Erdogan die Vereinigten Staaten dazu auf, auf die Unterstützung der syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten zu verzichten.

    Pentagon-Sprecher Sean Robertson warnte Ankara jedoch vor Alleingängen, indem er äußerte, jeglicher unkoordinierter Militäreinsatz der Türkei in Syrien würde Washington große Sorgen bereiten.

    Im August hatten die Vereinigten Staaten und die Türkei die Schaffung einer Sicherheitszone im Norden Syriens vereinbart. Die Gesprächsparteien haben sich über ein Koordinierungszentrum für gemeinsame Operationen geeinigt. Später verkündete Erdogan, Ankara werde eine Operation gegen die kurdischen Einheiten, die die Gebiete kontrollieren, auch selbständig einleiten, sollten die USA weiterhin die Gestaltung der Sicherheitszone hinauszögern.

    Damaskus wies die US-türkischen Vereinbarungen deutlich zurück und bezeichnete sie als einen krassen Verstoß gegen die Souveränität und die territoriale Integrität Syriens sowie gegen die Völkerrechtsnormen.

    Die kurdischen Militäreinheiten stehen offiziell nicht im Kriegszustand mit der Syrischen Armee, sie führen Militäroperationen gegen Terrormilizen durch. Die syrische Regierung hält jedoch die Aktivitäten der SDF für illegitim und stuft die SDF-Kämpfer als Separatisten ein.

    asch/ae/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Militäreinsatz, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, YPG, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Türkei, Syrien, Syrien