21:20 15 Juli 2020
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    Russland und die USA haben ihre Rollen auf der internationalen Bühne getauscht: Während Washington sich allmählich zu einem destruktiven Faktor in der Weltpolitik wandelt, wird Moskau zur „grauen Eminenz“. Diese Meinung äußerte die ehemalige Außenministerin von Spanien Ana Palacio in ihren Artikel für die Non-Profit Organisation Project Syndicate.

    Wie die Ex-Diplomatin am Freitag meinte, wurde infolge der Wiedervereinigung mit der Krim und des Beginns der Operation in Syrien Moskau als ein destruktiver Faktor der Weltpolitik angesehen, allerdings habe die Zeit gezeigt, dass es sich tatsächlich zu einem einflussreichen Spieler auf der internationalen Bühne entwickelt habe.

    Die Unterzeichnung der Steinmeier-Formel durch Kiew ebnete den Weg zur Normalisierung der Situation in der Ukraine und der Wiederherstellung der Beziehung zwischen Russland und dem Westen. Dies sei ein bedeutender Sieg Moskaus, so die frühere Ministerin.

    Zur selben Zeit hatten die Vereinten Nationen die Bildung eines 150-köpfigen Ausschusses beinahe abgeschlossen, der es sich zur Aufgabe machte, eine neue Verfassung für Syrien auszuarbeiten. Dieser Plan war ursprünglich 2018 auf einer von Russland gehaltenen Friedenskonferenz vorgeschlagen worden.

    Palacio zufolge ist Russlands Comeback zum Teil auf den Rückzug der USA aus der Führungsrolle zurückzuführen. Der Unterschied sei nach den Angriffen auf saudische Ölraffinerien deutlich zu erkennen gewesen. Während Donald Trump einen kriegerischen Tweet nach dem anderen verfasst habe, hätte sich Russland als potenzieller Garant für die regionale Stabilität gezeigt.

    Russland hat laut der Autorin keinem die Schuld gegeben, da der Iran nach wie vor seine Beteiligung an den Angriffen abstreitet, und stattdessen allen klar gemacht hat, dass sich Russland mit allen Parteien an einen Tisch setzen würde. Dies sei der Ansatz eines Strategen, meinte Panacio.

    Laut der Autorin erachtet die Weltöffentlichkeit immer noch die USA als Weltmacht. Dies sei allerdings mit purer Gewohnheit verbunden und nicht mit einer logischen Annahme.
    Washington ziehe sich langsam aus allen Führungsrollen und aus wichtigen internationalen Verträgen zurück, was der Autorin nach negative Auswirkungen auf die Weltpolitik mit sich bringe.

    Dabei sei Europa lediglich ein „systematischer Vermittler“, dessen Funktion in der Mediation essenziel sei.  
    „Als zentraler globaler Vermittler muss Europa genau wissen, wem seine Bemühungen dienen“, schlussfolgerte die Autorin.

    dg/ae

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    Tags:
    Weltmacht, USA, Donald Trump, Wladimir Putin