05:41 15 November 2019
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    der französische Innenminister, Christophe Castaner

    Tödliche Messerattacke in Paris: Frankreichs Innenminister räumt Fehler ein

    © AP Photo / Bob Edme
    Politik
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    Frankreichs Innenminister Christophe Castaner hat am Sonntag während eines Interviews mit dem Fernsehsender TF1 Fehler bei der Erkennung der Radikalisierung des Tatverdächtigen eingeräumt. Nach dem Messerangriff in der Pariser Polizeipräfektur hat es Forderungen nach dem Rücktritt des Ministers gegeben.

    Castaner äußerte in dem Interview am Sonntag, dass es offensichtlich Schwachstellen bei der Erkennung der Radikalisierung des Tatverdächtigen gegeben habe. Diese müsse in Zukunft besser erkannt werden. Castaner betonte, dass es in der Akte des 45 Jahre alten Polizeimitarbeiters keine Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten gegeben habe.

    Der mutmaßliche Angreifer hatte sich den Anti-Terror-Ermittlern zufolge 2015 gegenüber einem Kollegen zustimmend zu dem islamistischen Attentat auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» geäußert. Dies sei aber nicht gemeldet und vermerkt worden. Weiter sagte der Innenminister: „Wenn es Fehler gab, müssen sie korrigiert werden. Wenn es Fehler gab, müssen sie geahndet werden.“

    Castaner schlug eine Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen in der Polizeipräfektur vor. Polizisten würden nicht durchsucht, wenn sie in das Präsidium zurückkehrten. Das müsste verstärkt werden.

    Oppositionspolitiker hatten dem Innenminister zuvor vorgeworfen, kurz nach der Tat am Donnerstagnachmittag nicht die Wahrheit über eine bekannte mögliche Radikalisierung des Tatverdächtigen gesagt zu haben. Das müsste verstärkt werden.

    Tödliche Messerattacke

    Am Donnerstag war ein Mann in der Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt mit einem Messer auf Mitarbeiter der Behörde losgegangen und hatte insgesamt vier Menschen getötet. Anschließend wurde er von einem Polizisten erschossen.

    Laut dem Chefermittler der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, Jean-François Ricard, hat der Mann vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert. Außerdem habe der Angreifer Kontakt zu mutmaßlichen Anhängern der salafistischen Bewegung, einer ultrakonservativen Strömung innerhalb des Islams, gehabt.

    mk/gs/dpa

     

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