06:31 15 November 2019
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    Ölförderung in Texas (Archivbild)

    Wegen Protesten: Ecuador stoppt teilweise die Ölproduktion

    © AP Photo / Matt Slocum
    Politik
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    Das ecuadorianische Energieministerium hat in der Nacht zum Dienstag via Twitter die Einstellung der Produktion auf drei Ölfeldern des staatlichen Ölkonzerns Petroamazonas angekündigt, die offenbar von nicht näher identifizierten Personen besetzt und blockiert wurden.

    „Das (ecuadorianische – Anm. d. Red.) Ministerium für Energie und nicht erneuerbare Ressourcen kündigt die Einstellung des Betriebs auf drei Ölfeldern in den Provinzen Orellana und Sucumbíos an, die unter der Kontrolle des staatlichen Unternehmens Petroamazonas EP stehen, da die Produktionsstätten von nicht an der Produktion beteiligten Personen gesperrt wurden“, heißt es in der Twitter-Notiz der Behörde wörtlich.

    ​Nach Angaben des Energieministeriums liegen die mit dem Produktionsausfall verbundenen Verluste bei 60.000 Barrel pro Tag. Wie es heißt, führe die Unternehmensführung auf jedem der Felder Gespräche mit den Demonstranten.

    Das Ministerium habe das gemeinsame Kommando der Streitkräfte dazu aufgefordert, den Schutz der Unternehmen zu stärken, und dabei betont, dass die Entscheidungsfindung und Kontrolle in den strategischen Sektoren, darunter auch im Bereich Erdölraffination, das Vorrecht der Regierung sei.

    Anfang Oktober begannen in Ecuador heftige Proteste gegen die von Präsident Lenín Moreno angekündigten wirtschaftlichen Reformen. Der Unmut eskalierte, nachdem die Regierung die jahrzehntelang gewährten Subventionen für Treibstoffe gestrichen hatte. Die Transportunternehmer legten daraufhin am vergangenen Donnerstag und Freitag das gesamte Land lahm. Den Protesten schlossen sich auch andere öffentliche Organisationen an.

    Moreno hatte angesichts der landesweiten Proteste den Ausnahmezustand verhängt, der zunächst 60 Tage gilt. Mindestens 470 Demonstranten wurden bislang von der Polizei festgenommen.

    Wie der ecuadorianische Präsident erklärte, würden die Behörden das mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarte Maßnahmenpaket, darunter die Abschaffung von Treibstoffsubventionen, nicht überprüfen. Jedoch sei die Regierung bereit, sich mit den Vertretern der indigenen Völker zu treffen, um ihre Forderungen zu besprechen.

    pd/ap/sna

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    Tags:
    Subventionen, Treibstoff, Demonstranten, Ölförderung, Protest, Ecuador