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05:53 22 Oktober 2019
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    US-Soldat vor einem kurdischen Stützpunkt in Nordsyrien (Archivbild)

    „Ein gefährliches Spiel“: Lawrow äußert sich zu US-Vorgehen in Syrien

    © REUTERS / U.S. Army / Staff Sgt. Andrew Goedl / Handout
    Politik
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    Die US-Position zu Syrien ist laut Aussagen des russischen Außenministers Sergej Lawrow sehr widersprüchlich und spiegelt die Nichtvertragsfähigkeit Washingtons wider.

    Laut Lawrow, der sich derzeit in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan, dem früheren Astana aufhält, sind die US-Handlungen in Syrien widersprüchlich und zeigen „die Nichtvertragsfähigkeit unserer amerikanischen Kollegen – das ist für mich bereits eine sichere Tatsache“.

    Während der Pressekonferenz nach den Verhandlungen mit seinem kasachischen Amtskollegen Muchtar Tleuberdi verwies der russische Außenminister darauf, dass Russland seinerzeit die USA mehrmals dazu aufgerufen habe, die illegale Okkupation der Territorien bei At-Tanf einzustellen, wo sie ihre Basis geschaffen hätten. Sergej Lawrow wörtlich:

    „Donald Trump hat in der Tat viele Male angekündigt, dass er seine Truppen aus Syrien und anderen Ländern abziehen wird. Dann wurden diese Erklärungen irgendwie von tatsächlich Handelnden ausgebremst; nicht ausgeschlossen, dass wir derzeit etwas Ähnliches beobachten. Die Amerikaner müssen jedoch verstehen, dass die Prozesse, die sich in den letzten zwei-drei Jahren in Nordost-Syrien vollzogen haben, einen direkten Verstoß gegen die Forderungen der Resolution des Sicherheitsrates zur Achtung der territorialen Integrität und Souveränität Syriens darstellen.“

    Die US-Amerikaner hätten dort quasistaatliche Strukturen geschaffen, ihren Lebensunterhalt und ihre Überlebensfähigkeit sichergestellt und das kurdische Thema sehr aktiv befördert. Auf diese Weise weckten sie Bedenken von arabischen Stämmen, die traditionell in diesen Territorien gelebt hätten.

    „Das ist ein sehr gefährliches Spiel“, sagte Lawrow.

    Er betonte, dass er vor kurzem, während seines Irak-Besuchs, ein Gespräch mit den arabischen Kurden geführt habe. „Sie sind sehr besorgt, dass solche leichtsinnige Behandlung dieses sehr delikaten Themas die ganze Region erschüttern kann, und das soll man um jeden Preis verhindern. Wir übermitteln diese Position an die amerikanische Seite, und ich hoffe, dass sie uns hören. Aber in Wirklichkeit sehen wir bislang keine Änderungen ihrer inkonsequenten widersprüchlichen Politik“, so der russische Außenminister abschließend. 

    Die Vereinigten Staaten hatten zuvor einen Rückzug ihrer Truppen aus den syrischen Regionen angekündigt, in denen eine türkische Militäroffensive gegen kurdische Einheiten erwartet wird.

    Später twitterte US-Präsident Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten im Begriff seien, Syrien zu verlassen, „aber wir haben die Kurden, die besondere Menschen und wunderbare Kämpfer sind, in keiner Weise im Stich gelassen“.  Den Kurden werde weiter mit Waffen und Geld geholfen.

    ak/ap/sna

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    Tags:
    Sergej Lawrow, Russland, Vorgehen, USA, At-Tanf, Syrien