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06:10 22 Oktober 2019
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    Soldaten der kurdischen Milizen in Syrien (Archivbild)

    Syrische Kurden bitten Moskau bei Verhandlungen mit Damaskus um Hilfe

    © AFP 2019 / DELIL SOULEIMAN
    Politik
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    Die autonome Administration der Territorien im Nordosten Syriens hat die Äußerung des russischen Chefdiplomaten Sergej Lawrow positiv eingeschätzt und hofft, dass Moskau dabei helfen werde, Verhandlungen zwischen den Kurden und dem offiziellen Damaskus durchzuführen, heißt es in einer Erklärung des Pressedienstes der Administration.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte am Mittwoch in Nur-Sultan, dass Russland den Start eines sachlichen Dialogs zwischen den Kurden und Damaskus fördern werde, und hoffe, dass alle anderen ihn auch unterstützen würden.

    „Wir schätzen die Erklärungen des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, hinsichtlich des Dialogs zwischen der autonomen Administration und der syrischen Regierung positiv ein und hoffen, dass Russland die Rolle eines Garanten spielen und in diesem Zusammenhang unterstützen wird“, heißt es in der von RIA Novosti erhaltenen Erklärung.

    Es wird betont, dass die Kurden zuvor mehrere ergebnislose Verhandlungsrunden mit den syrischen Behörden durchgeführt hätten.

    Wiederholung der Situation in Afrin nicht zulassen

    Die Administration hoffe auf einen positiven Ausgang der möglichen Verhandlungen und auf die Nichtzulassung einer Wiederholung der Situation in Afrin, das im März 2018 infolge einer Militäroperation unter die Kontrolle der türkischen Streitkräfte übergegangen sei.

    Das syrische Außenministerium hatte am Mittwoch die Äußerungen von Ankara in Bezug auf die Absicht, eine Militäroperation im Norden Syriens zu beginnen, in einer Erklärung verurteilt. Es hieß, Syrien werde die Aggression „mit allen legitimen Mitteln zurückweisen“ und sei bereit, „seine fehlgegangenen Kinder (Kurden) zu empfangen, wenn diese zum vernünftigen Denken zurückkehren und sich auf den richtigen Weg stellen werden“.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am 5. Oktober erklärt, dass der Beschluss über die türkische Operation im Norden Syriens östlich des Euphrats in den nächsten Tagen gefasst werden könne. Am Tag darauf hatte Washington erklärt, dass die US-Streitkräfte sich nicht an der Militäroperation der Türkei beteiligen und den Ort ihrer Durchführung verlassen würden.

    Die kurdischen „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) hatten am 7. Oktober erklärt, dass die US-Kräfte von den an die Türkei im Norden Syriens grenzenden Territorien abgezogen seien, indem sie die mit den verbündeten kurdischen Vereinigungen erzielten Vereinbarungen verletzt hätten. Später hieß es aus Washington, dass die USA ihre Truppen aus Syrien nicht abziehen, sondern jene verlegen würden, die im Norden stationiert seien, wobei es um nur 50 Militärs gehe.

    Militäroperation bereits im Gange

    Heute am Mittwoch hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Beginn der Militäroperation im Nordosten Syriens verkündet. Dies berichten internationale Medien übereinstimmend.

    Zur gleichen Zeit meldete der Sender CNN Turk Explosionen in der syrischen Grenzstadt Ras al Ain sowie den Lärm von Flugzeugen. Die Stadt befindet sich an der Strecke der türkisch-syrischen Grenze, die zum Ausgangspunkt für die türkische Offensive werden sollte. Von einer Explosion in Ras al Ain berichtete kurz vor Erdogans Ankündigung auch der türkische Sender NTV.

    Hauptziele der türkischen Operation, die Ankara seit dem Frühling geplant hatte, seien die Säuberung des an die Türkei grenzenden syrischen Territoriums von den Selbstverteidigungskräften der syrischen Kurden, die Schaffung einer Sicherheitszone, um dort die sich in der Türkei befindenden syrischen Flüchtlinge unterzubringen. Ankara hatte zuvor erklärt, dass es über vier Millionen Flüchtlinge verfüge und nicht imstande sei, sie endlos zu versorgen. Das offizielle Damaskus erkennt die autonome Administration im Nordosten Syriens, die die Territorien östlich des Flusses Euphrat kontrolliert, und ihren Militärflügel – SDF – nicht an. Damaskus hatte mehrere ergebnislose Verhandlungsrunden mit der autonomen kurdischen Administration durchgeführt. Dabei hatten die syrischen Behörden die Okkupationspolitik der Türkei im Norden Syriens mehrmals verurteilt.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Administration, Türkei, US-Streitkräfte, Dialog, Norden Syriens, Damaskus, Hilfe, Moskau, Kurden