23:14 14 Dezember 2019
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     Türkische Truppen an der Grenze Syriens am 9 Oktober 2019

    Experte: Türkische Offensive macht ehrgeizigen IS-Plänen den Weg frei

    © Sputnik / Hikmet Durgun
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    Erdogan startet erneut Offensive in Syrien (96)
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    Der türkische Einmarsch in Syrien wird vom „Islamischen Staat“* genutzt, um sich nach der Zerschlagung der letzten Jahre wieder zu erheben, sagt Sobhi Jagi. Nach Angaben des libanesischen Experten tankt die berüchtigte Terrormiliz Kräfte für ihre ehrgeizigen Pläne, die sich nicht nur auf Syrien beschränken.

    Nach Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien vor drei Tagen wächst international die Sorge, dass die IS-Anhänger, die in dieser Region von Kurden gefangen gehalten werden, die Kämpfe nutzen würden, um aus der Gefangenschaft zu entkommen. Davor warnte unter anderem auch der russische Präsident, Wladimir Putin. Nach US-Angaben befinden sich bis zu 10.000 Dschihadisten in kurdischer Haft.

    Der libanesische Sicherheits- und Islamismus-Experte Sobhi Jagi bestätigt nun unter Berufung auf eigene Informanten, dass die Terroristen bereits neue Kampfgruppen gebildet hätten, zu denen neben Arabern und Nordafrikanern auch Chinesen, Afghanen und Nordkaukasier dazu gestoßen seien. 

    „Nach Angaben europäischer Sicherheitsdienste haben IS-Anführer bereits Schläferzellen in Idlib, Qamischli, Aleppo, Deir ez-Zor und Raqqa in Syrien aktiviert“, so Jagi im Sputnik-Gespräch.

    Am Freitag war in einem Wohnviertel in Qamischli eine Autobombe in die Luft gegangen und dadurch mehrere Zivilisten getötet worden. Zu dem Anschlag, dem in dieser Stadt ersten seit Monaten, bekannte sich der IS.

    Die Attacke von drei Selbstmordattentätern am Donnerstag im nordsyrischen Raqqa lasse nicht mehr daran zweifeln, dass die IS-Terroristen zu einem neuen Aufschwung ausholen, so der Experte. Nach seinen Angaben wappnen sich auch irakische Sicherheitskräfte gegen mögliche Anschläge in ihrem Land.

    „Nach geheimdienstlichen Informationen hat sich eine von Abu Obar al-Iraki angeführte IS-Gruppe aus dem Irak nach Nordost-Syrien abgesetzt, um sich den Schläferzellen in Raqqa und Tall Abyad anzuschließen.“

    Aus Sicherheitskreisen wisse er auch, dass der IS Selbstmordattentate auf die Kurdenmiliz DKS im Raum Tall Abyad und Raʾs al-ʿAin plane, wo gerade die türkischen Bodengruppen in die Offensive gegangen sind.

    Der IS habe vor, jene irakischen Städte wieder unter seine Kontrolle zu bringen, deren Bevölkerung gegenüber dieser Terrormiliz loyal gewesen sei, sagt der Experte. „Außerdem besteht die Gefahr neuer IS-Attacken in Europa.“

    Das türkische Militär hatte am Mittwoch eine Offensive im Norden Syriens begonnen. Laut Präsident Erdogan richtet sich die Offensive gegen die Kämpfer der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und den IS.

    Die meisten EU-Staaten verurteilten das türkische Vorgehen. Daraufhin drohte Erdogan, die Grenzen für die syrischen Flüchtlinge zu öffnen, die nach Europa ausreisen wollen.
    * Terrororganisation, in Russland verboten.
    leo/ae

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