22:17 06 Dezember 2019
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    Moskauer Kreml in der Nacht (Archivbild)

    Gedenkfeier zu Befreiung Rigas von Nazis: Lettland empört sich – Moskau kontert

    © Sputnik / Natalia Seliwerstowa
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    Am Sonntag wird Moskau der Befreiung der lettischen Hauptstadt Riga durch die Rote Armee von den nationalsozialistischen Besatzern 1944 mit einem Feuerwerk gedenken. Das lettische Außenministerium verurteilte die Veranstaltung als inakzeptabel. Ranghohe russische Beamte kommentierten die Stellungnahme.

    Am Vortag hatte das lettische Außenministerium das geplante festliche Feuerwerk anlässlich der Befreiung Rigas von faschistischen Besatzern durch die sowjetischen Truppen, das am 13. Oktober stattfinden soll, als einen „unfreundlichen Schritt“ bezeichnet, mit der Begründung , die Befreiung durch sowjetische Truppen habe für Lettland und die anderen baltischen Staaten angeblich eine neue „Okkupationsperiode“ bedeutet.

    Lettland habe seine „wirtschaftliche, militärische und humanitäre Souveränität“ wegen der Stationierung der Nato- und US-Truppen im Lande verloren, betonte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

    „Hätte das lettische Außenministerium die Freiheit geschätzt, dann hätte es die Stationierung ausländischer Militärkontingente auf ihrem Territorium nicht gefördert“, sagte sie gegenüber der Medienholding RBC.

    Das Land gebe zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Stationierung der Kräfte des Nordatlantischen Bündnisses aus, erinnerte Sacharowa. „Da Lettland in der Nato durchaus nichts entscheidet, kann man das als eine Besetzung bezeichnen“, fügte sie hinzu.

    Der Vorsitzende der informationspolitischen Kommission des russischen Oberhauses, Alexej Puschkow, kritisierte die Mitteilung ebenfalls scharf. Schließlich seien die festlichen Feuerwerke zu Ehren der Siege der Roten Armee eine innere Angelegenheit Russlands, schrieb er auf Twitter.

    „Riga hält das Feuerwerk in Moskau anlässlich der Befreiung Lettlands für unannehmbar. Allerdings ist es unsere Sache. Mögen sie in ihrem Lande diesen Tag auch zu einem Trauertag zum Gedenken an das niedergegangene Drittes Reich erklären. Es waren unsere Truppen, und nicht eine lettische Waffen-SS-Legion, die Lettland befreiten. Und wir werden unsere Siege so feiern, wie wir es für angemessen erachten“.

    An der großangelegten Militäroperation zur Befreiung des Baltikums nahmen mehrere Fronten der Roten Armee teil. Bei dieser Offensive wurden 29 von 59 Divisionen der deutschen Wehrmacht geschlagen, weitere 30 zogen sich nach Kurland zurück.

    Die lettische Hauptstadt Riga war am 13. Oktober von den faschistischen Besatzern am 13. Oktober 1944 befreit worden.

    Die baltischen Länder (Lettland, Estland und Litauen) stufen die Zeitperiode zwischen 1940 und 1999 als eine sowjetische Okkupation ein. Die russische Staatsführung wies mehrmals derartige Vorwürfe entschieden zurück. Das russische Außenministerium klärte auf, der Beitritt der baltischen Staaten zur Sowjetunion sei im Einklang mit den damaligen Völkerrechtsnormen gestanden.

    Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium vorgeschlagen, des 75. Jahrestages der Befreiung der Städte der ehemaligen UdSSR sowie Osteuropas von den Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands mit feierlichen Feuerwerken zu gedenken. 2019 soll der Befreiung von Tallinn, Vilnius, Kaunas, Riga, Chișinău und Brest gedacht werden. 2020 sollen die Siege der Roten Armee in Warschau, Budapest, Bratislava, Wien, Prag und Berlin mit Feuerwerken begangen werden.

    asch/ae/sna

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    Tags:
    Rote Armee, Feuerwerk, Befreiung, Zweiter Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Lettland, Russland