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11:22 19 Oktober 2019
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    Ort, an dem ein 9-jähriges Mädchen aus Saratow ermordet wurde

    Todesstrafe-Debatte nach Mord an Mädchen entbrannt – Kreml meldet sich zu Wort

    © Sputnik / Alexey Koschelew
    Politik
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    Der grausame Mord an einer 9-Jährigen in Saratow hat ganz Russland erschüttert. In der Öffentlichkeit sind sogar Debatten über eine mögliche Wiedereinführung der Todesstrafe entbrannt. Eine entsprechende Petition wurde auf der Webseite change.org gestartet. Nun hat sich der Kreml zu Wort gemeldet.

    Laut Präsidentensprecher Dmitri Peskow wird eine mögliche Aufhebung des Moratoriums für die Todesstrafe im Kreml nicht diskutiert. Auch die russische Staatsduma (Parlamentsunterhaus) widersprach Medienberichten, wonach eine Umfrage unter den Abgeordneten über die Todesstrafe abgehalten worden sei.

    Einige Parlamentsmitglieder hätten in den sozialen Netzwerken bloß die Nutzer zu dem Thema befragt, sagte ein Sprecher gegenüber Journalisten. 80 Prozent der Befragten in VKontakte (russische Variante des Facebook) unterstützten die Idee der Todesstrafe für Kinderschänder und Kindermörder. Fast 70.000 Menschen sollen daran teilgenommen haben.

    Mädchen in Saratow ermordet

    In der russischen Stadt Saratow war am 9. Oktober ein 9-jähriges Mädchen auf dem Weg zur Schule verschwunden. In der Nacht zum Freitag wurde es dann tot aufgefunden.

    Später fasst die Polizei den Tatverdächtigen. Bei ihm handelte es sich um einen 35-jährigen Anwohner. Der Mann soll wegen Vergewaltigung, Diebstahls und Sexualverbrechen vorgebestraft sein. Laut einer Vertreterin des russischen Ermittlungsausschusses hat der Festgenommene seine Tat gestanden. Er soll das Mädchen erwürgt haben.

    Zahlreiche Videos im Internet zeigen eine zornige Menschenmenge, die das Polizeiauto umstellte, in dem der Verdächtige saß. Die wütenden Anwohner wollten Selbstjustiz an dem Mann vollziehen.

    Nach einigen Medienberichten ist der Tatverdächtige heimlich in eine benachbarte Stadt gebracht worden, um ihn vor möglicher Rache seitens der wütenden Einwohner von Saratow zu schützen. Er befinde sich derzeit in einer Einzelzelle in Untersuchungshaft.

    Todesstrafe in Russland

    Das Moratorium für die Todesstrafe gilt in Russland seit 1997, als das Land dem Europarat beigetreten war. Das letzte Todesurteil wurde in Russland 1996 vollstreckt. Die Frage nach einer möglichen Aufhebung des Moratoriums wurde wiederholt gestellt, jedoch ohne Konsequenzen. Im Mai 2015 weigerte sich die Staatsduma, die Todesstrafe für Terroristen wieder einzuführen.

    ta/gs

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    Tags:
    Mord, Russland, Saratow