06:50 15 November 2019
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    Gerichtssaal in Russland (Archivbild)

    Israels Präsident bittet Putin, verurteilte Israelin zu begnadigen

    © Sputnik / Ruslan Kriwobok
    Politik
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    Der israelische Präsident, Reuven Rivlin, hat sich am Sonntag an Wladimir Putin mit der Bitte gewandt, die zu siebeneinhalb Jahren Strafkolonie verurteilte israelische Staatsbürgerin, Naama Issachar, zu begnadigen.

    "Heute habe ich mich an den Präsidenten von Russland, Wladimir Putin, – einen Freund des jüdischen Volkes und des Staates Israel – in Bezug auf Naama Issachar gewandt. Sie hat einen schweren Fehler begangen und dies gestanden. Das verhängte Urteil könnte schreckliche Konsequenzen für ihr Leben haben“, teilte Rivlin per Twitter mit und fügte den offiziellen Brief an Putin hinzu.

    „Ich appelliere an ihre Güte und ihr Mitgefühl mit der Bitte, sich in den Fall einzuschalten und die Begnadigung von Naama Issachar anzuordnen.“

    Am Freitag hatte das Stadtgericht von Chimki Issachar wegen Drogenbesitzes und Drogenschmuggels für schuldig befunden und zu 7,5 Jahren Strafkolonie verurteilt.

    Die 25-jährige Israelin wurde am 9. April in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo bei ihrem Überflug von Delhi nach Tel-Aviv festgenommen. In der Tasche der Frau wurden neun Gramm Marihuana gefunden. Nach der Festnahme befand sie sich in Untersuchungshaft, obwohl Mitglieder der Jüdischen Gemeinde sich bereit zeigten, eine Unterkunft für einen Hausarrest zur Verfügung zu stellen und eine Kaution für die Israelin zu hinterlegen.

    Vor Gericht gestand die junge Frau, Drogen bei sich geführt zu haben, bestritt aber, eine Drogenschmugglerin zu sein. 

    Zuvor hatte das Pressebüro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu  mitgeteilt, dass es bezüglich des Falls Issachar Gespräche zwischen Netanjahu und Putin gegeben habe. Unter anderem habe der Premier sowohl um eine Milderung des Strafurteils als auch eine Verbesserung der Haftbedingungen für Issachar gebeten.

    Die israelische Zeitung „Haaretz“ hatte zuvor berichtet, Moskau habe die junge Frau gegen den Russen Alexej Burkow austauschen wollen, der wegen Hacker-Vorwürfen aus den USA im Dezember 2015 in Tel Aviv festgenommen worden war. Israel will den Russen an die Vereinigten Staaten ausliefern und soll den Austausch-Vorschlag Russlands abgelehnt haben.

    mk/gs

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    Tags:
    Benjamin Netanjahu, Drogenbesitz, Israel, Urteil