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10:09 13 November 2019
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    IS-Kämpfer bei Palmyra

    Ausbrüche wegen Türkei-Offensive? Moskau zeigt Karte von Gefängnissen mit IS-Kämpfern

    © AP Photo / Militant Photo
    Politik
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    Russlands Verteidigungsministerium hat auf seiner Homepage eine Karte öffentlich gemacht, die die Lage von Gefängnissen in der syrischen Provinz al-Hasaka zeigt. Dort befinden sich mehr als 14.600 Kämpfer der Terrormiliz IS* („Islamischer Staat“; auch Daesh).

    Zuvor war berichtet worden, dass nach Luftanschlägen türkischer Kampfjets mehrere IS-Kämpfer aus Gefängnissen in den umkämpften Gebieten im Norden Syriens ausgebrochen seien. Ankara dementierte jedoch diese Berichte.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums befinden sich die meisten IS-Kämpfer derzeit im Gefängnis asch-Schaddadi (auch Al Shaddadah). Deren Zahl beläuft sich auf etwa 9000. Etwa 1600 Terroristen sind beispielweise im Gefängnis in al-Hol (auch al-Haul). 

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium gibt es in Nordostsyrien insgesamt sieben Gefängnisse mit 14.650 Insassen.

    Karte von Gefängnissen mit IS-Kämpfern
    Karte von Gefängnissen mit IS-Kämpfern

    Auf der Karte ist unter anderem die Zahl der zeitweilig vertriebenen Personen zu sehen. Laut der Behörde geht es unter anderem um Frauen und Kinder der Extremisten. Die meisten (knapp 68.600 Menschen) sind demnach im Lager al-Hol. Darauf folgt das Lager Qamischli (auch Kamischli) mit etwa 17.000 Menschen. In diesen acht Lagern gibt es insgesamt mehr als 105.000 Menschen, darunter unter anderem Sunniten, Schiiten, Kurden, Turkomanen, Christen und Juden.

    Die Camps befinden sich am linken Ufer des Euphrat-Flusses.

    Syrische Armee
    © Sputnik / Press Service of the President of Syria
    Am Sonntag hatte der Leiter des russischen Versöhnungszentrums in Syrien, Generalmajor Alexej Bakin, mitgeteilt, dass die von den „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) festgehaltenen IS-Terroristen auf freien Fuß kommen können, was eine rapide Verschlimmerung der Lage im Nahen Osten provozieren werde.

    Die humanitäre Lage im Nordosten Syriens wird ihm zufolge immer komplizierter. Die SDF-Kräfte überwachen demnach sieben Haftlokale im Nordosten Syriens, wo sich die Anhänger der IS-Terrormiliz sowie mindestens acht Lager für zeitweilig vertriebene Personen befinden.

    Russische Militärs rufen aus diesem Grund dazu auf, dringende Maßnahmen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe im östlichen Teil Syriens zu ergreifen. Bakin betonte dabei, dass die Fragen in Bezug auf die Rettung von Flüchtlingen und Zivilisten unverzüglich gelöst werden sollten.

    „Das mögliche Freikommen kann eine rapide Zuspitzung der Lage in der ganzen Nahost-Region provozieren. Alle Seiten der syrischen Regelung sollen Maßnahmen ergreifen, um ein solches Szenario zu verhindern“, sagte Bakin.

    ak/ae

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    Tags:
    Karte, Verteidigungsministerium Russlands, IS, Gefängnisse, Syrien