07:27 18 November 2019
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    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu

    Cavusoglu: Wir fürchten uns nicht vor Isolation – Exklusiv

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    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist in einem Exklusiv-Interview mit Sputnik am Rande einer Sicherheitskonferenz in Istanbul auf die Haltung Ankaras zu einer möglichen Isolation nach dem Militäreinsatz im Norden Syriens eingegangen.

    Bei dem Interview verwies der Sputnik-Reporter darauf, dass Russland, der Iran sowie arabische und europäische Länder den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien verurteilt hatten, und wollte wissen, ob sich Ankara vor einer Isolation fürchte.

    Allerdings fasste der türkische Außenminister das Problem ganz anders auf:

    „Warum sollte sich die Türkei vor einer Isolation fürchten? Wir stehen dem Terrorismus entgegen, und der Terrorismus ist unser gemeinsamer Feind“, äußerte er am Rande der 3. Konferenz der Parlamentsvorsitzenden für Terrorbekämpfung und Stärkung der regionalen Zusammenarbeit, die am Samstag in Istanbul stattfand.

    „Ich glaube nicht, dass Russland gegen die Militäroperation ist. Russland ist über einige sensible Momente besorgt wie die Territoriale Integrität und die Einheit des Landes. Und wir sind ebenfalls darüber besorgt. Wen man sich alle gemeinsamen Erklärungen von der Türkei, Russland und dem Iran ansieht, (dann wird man sehen, dass) wir das (die Notwendigkeit der territorialen Integrität) betont haben“, so Cavusoglu.

    Die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) würden im Gegenteil separatistische Ziele verfolgen, sagte er:

    „Diese Terrororganisation (YPG – Anm. d. Red.) verfolgt eine separatistische Agenda, sie zielt auf die Spaltung des Landes ab. Wie werden uns darum bemühen, dies zu verhindern“, äußerte Cavusoglu.

    Die Türkei kämpfe zusammen mit Russland sowie mit anderen Ländern gegen den Terrorismus, betonte er.

    „Falls irgendwelche Länder Doppelstandards in Bezug auf unsere Terrorismusbekämpfung haben, dann ist das ihr Problem. Wir haben keine Angst vor der Isolierung, weil die Wahrheit auf unserer Seite ist, denn wir zielen auf die Terrorbekämpfung ab“, resümierte er.

    Ursprünglich hätten die Türkei, der Iran, Pakistan, Afghanistan, China und Russland der Konferenz beiwohnen sollen. Der Vorsitzende des iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani hatte seine Teilnahme nach der Einleitung des türkischen Militäreinsatzes in Nordsyrien jedoch abgesagt.

    In seinem Interview mit Sputnik weigerte sich Cavusoglu, diesen Schritt zu kommentieren. Die türkische Seite sei andererseits über den Besuch des Vorsitzenden des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, der Teil der Konferenz war, erfreut, sagte er.

    Am 9. Oktober hatte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, den Beginn der Operation „Friedensquelle“ in Nordsyrien angekündigt, die sich gegen die in der Türkei als Terrororganisation eingestufte und verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sowie die IS-Terrormiliz richten soll. An demselben Tag Mittwoch versetzte die türkische Luftwaffe Schläge gegen Ras al-Ain sowie andere syrische Städte. Später wurde auch eine Bodenoperation eingeleitet. Am 13. Oktober hatte das türkische Verteidigungsministerium bekanntgegeben, 480 „Terroristen“ von der PKK und den YPG „neutralisiert“ zu haben.

    asch/ae/sna

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    Tags:
    kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), YPG, Mevlüt Cavusoglu, Mevlüt Çavuşoğlu, Sanktionen, Isolation, Iran, Nordsyrien, Militäreinsatz, Syrien, Türkei