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10:05 13 November 2019
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    Südtirol (Archiv)

    Sprachenstreit in Südtirol: Aufregung um Europagesetz

    © AP Photo / Matthias Schrader
    Politik
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    Südtirol hat im Landtag ein Gesetz zur Übernahme von EU-Normen verabschiedet, das nun ganz Italien in Aufregung versetzt hat. Die italienische Bezeichnung „Alto Adige“ im Gesetz wurde mit „Provincia di Bolzano“ ersetzt, während der deutsche Name immer noch „Südtirol“ lautet, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

    Der italienische Regionalminister Francesco Boccia forderte das autonome Land auf, das Europa-Gesetz sprachlich zu ändern. Die Texte müssen in beiden Sprachen im Wortlaut identisch sein, sonst werde der Ministerrat das Gesetz anfechten, sagte er der Nachrichtenagentur Ansa.

    Die amtliche Bezeichnung des Gebiets lautet Autonome Provinz Bozen – Südtirol. In der italienischen Fassung ist jedoch jetzt nur von „Provincia di Bolzano“ die Rede; in der deutschen Version steht „Südtirol“. Laut einigen Parteien, darunter die „Süd-Tiroler Freiheit – Freies Bündnis für Tirol“, ist die Bezeichnung „Alto Adige“ eine faschistische Erfindung.

    Die Sprachenfrage hat in der nördlichen Provinz Italiens politische Brisanz. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich Südtirol an Italien abgeben. Die Deutschsprachigen wurden jahrzehntelang diskriminiert. Heute verfügt die Provinz, deren Bewohner zu fast 70 Prozent deutsch sprechen, über ein Autonomiestatut.

    dg/ae

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    Tags:
    Europa, Streit, Italien, Südtirol