08:04 18 November 2019
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    „Viele Journalisten wandern zur AfD“ – Bundestagspolitiker Hampel (AfD) kontert

    © AP Photo / Jens Meyer
    Politik
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    Ein aktueller Beitrag zeigt auf, dass seit Gründung der AfD viele Journalisten und Redakteure – auch aus den Leitmedien – zur „rechten Partei“ wechseln. „Wieso betrachtet der Autor nicht näher die Gründe für diese Entwicklung?“, kritisiert der frühere ARD-Korrespondent und heutige Bundestagspolitiker Armin-Paul Hampel (AfD) im Sputnik-Interview.

    „Dem Kollegen (dem Autor des Beitrags, Anm. d. Red.) hätte es doch eigentlich zu denken geben müssen, dass so viele Journalisten sich der AfD angeschlossen haben.“ So kommentierte Armin-Paul Hampel, außenpolitischer Sprecher der AfD im Bundestag, gegenüber Sputnik den aktuellen Medienbeitrag. Der Titel dieses Essays lautet „Von der ARD zur AfD: Journalisten, die den rechten Rand bevölkern“. Darin ist zu lesen: „Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik gab es eine Partei, in der Journalisten derart wirkmächtig sind wie derzeit in der AfD.“ Das schrieb der Medienjournalist René Martens für das Medien-Portal „ÜberMedien“ Anfang Oktober.

    Auch Sputnik-Gesprächspartner Hampel, der seit 2017 als Abgeordneter und Außenpolitiker der AfD im Bundestag politisch aktiv ist, wird prominent im besagten Beitrag erwähnt. „Eine schillernde Figur unter den ex-TV-Journalisten, die heute in der AfD Politik machen, ist Armin-Paul Hampel.“

    Als außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion „hat er innerhalb der Partei heute eine wichtige Rolle inne. Den Bundestag kannte Hampel vorher bereits als Berichterstatter. Ab 1999 war er Parlamentskorrespondent im Gründungsteam des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin. Von 2003 bis 2008 leitete er das Südasien-Studio der ARD in Neu-Delhi – die letzte Station seiner öffentlich-rechtlichen Laufbahn. (…) Hampel hatte in den Nuller Jahren unter anderem als ARD-Korrespondent aus Afghanistan berichtet.“

    So bewertet AfD-Bundestagspolitiker den Medienbeitrag

    Der angesprochene AfD-Bundestagspolitiker erläuterte im Sputnik-Interview seine Sicht auf den Essay: Viele Journalisten – auch in großen Leitmedien wie der ARD oder dem ZDF – würden durch Recherchen eben auf Dinge stoßen, die aktuell „falsch in unserem Land laufen“. In der Folge sei es dann kein Wunder, dass Medienschaffende den Weg zu seiner Partei fänden, da diese die vorhandenen Missstände offen und direkt anspreche. „Journalisten haben ja erstmal den Nachteil, dass sie keine Fachleute sind“, betonte er. „Aber sie haben den großen Vorteil, dass sie Generalisten sind. Dass sie in viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, wenn sie denn ein Interesse daran haben und fleißig sind, hineinschauen können.“

    Hampel zufolge wechseln „viele Journalisten zur AfD, weil sie einen Einblick in viele gesellschaftliche Gruppen unseres Landes hatten und sie festgestellt haben – wie ich auch – dass extrem viel falsch läuft in diesem Land. Und dass Deutschland extrem viel Gefahr droht, vor die Wand gefahren zu werden. Wenn ich zum Beispiel an die deutsche Automobilindustrie, generell an die deutsche Wirtschaft oder das deutsche Finanzwesen denke. Wenn ich die Zahlen sehe, was derzeit in der deutschen Wirtschaft an Fachkräften entlassen wird, weil der Automobilmarkt umstrukturiert werden soll. Zulieferer sind betroffen. Die Deutsche Bank alleine möchte in Deutschland 9000 Stellen streichen. Das ist doch ein Ausdruck dafür, dass es unserer Wirtschaft lange nicht so gut geht, wie es uns immer dargestellt wird. Sondern, dass wir kurz davor sind, uns aus der Führungselite der Weltwirtschaft zu verabschieden. Und wenn das nicht den Deutschen (und den deutschen Medienschaffenden, Anm. d. Red.) zu denken gibt, was dann?“

    Ein Journalist habe stets den Vorteil „zu einer Vielzahl unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen einen Zugang zu finden und daraus ein Verständnis zu entwickeln: Wenn er ordentlich zuhört“, argumentierte der AfD-Abgeordnete.

    „Journalistisch geprägte AfD“?

    Die junge Partei AfD „war gewissermaßen von Anfang an journalistisch geprägt“, heißt es in dem „ÜberMedien“-Essay. Demnach versammle keine andere Partei derart viele ehemalige Journalisten und frühere Publizisten. Als Beispiele werden genannt: Nicolaus Fest, ehemals stellvertretender Chefredakteur der „Bild am Sonntag“. Günther Lachmann, „einst AfD-Experte bei der Tageszeitung ‚Die Welt‘“. Oder auch Michael Klonovsky, „der fast ein Vierteljahrhundert lang Redakteur beim Magazin ‚Focus‘ war“. Lachmann ist mittlerweile für die „strategische Kommunikation“ der AfD-Fraktion in Thüringen und somit auch für den dortigen Fraktionschef Björn Höcke zuständig, wie erst jüngst im „Eklat-Interview“ mit dem ZDF deutlich wurde. Klonovsky arbeitet heute als persönlicher Referent des AfD-Bundestagsfraktionschefs Alexander Gauland.

    Der Essay sei ein „sehr guter Artikel“, kommentierte ein Leser unter dem Beitrag. „ZDF und MDR stehen auffällig, aber nicht verblüffend oft, im Zusammenhang zur AfD.“

    Der Beitrag „ist eine Fleißarbeit, allerdings eine recht einseitige“, kritisierte wiederum ein anderer Leserkommentar: „Die vielen ex-Journalisten, die jetzt für die AfD unterwegs sind, würden (sofern sie nicht im Ruhestand sind) bei den öffentlich-rechtlichen Sendern aktuell auch wenig Chancen haben. (…) Während linke Politaktivisten wie Böhmermann Karriere machen, gibt es kein Magazin oder Format, welches die Sichtweise der gebührenzahlenden AfD-Wähler wiedergibt und einen kritischen Blickwinkel auf rot-grüne Ideen in der Politik hat.“

    Das komplette Radio-Interview mit Armin-Paul Hampel (AfD) zum Nachhören:

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    Mitglieder, Journalisten, AfD, Deutschland