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10:46 13 November 2019
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    Soldat der kurdischen Volksmilizen in der nordsyrischen Stadt Manbidsch (Archivbild)

    Gemeinsam gegen Erdogan: Syrer und Kurden schließen einen Deal

    © AP Photo / Hussein Malla
    Politik
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    Die syrische Armee wird entlang der kompletten Grenze zur Türkei stationiert, um den Kurden bei der Abwehr des Angriffs zu helfen. Das gab die autonome Administration der Territorien im Nord-Osten Syriens bekannt.

    In einem Dokument, das der Agentur RIA Novosti vorliegt, ist die Rede von einem Abkommen zwischen Kurden und der syrischen Regierung. Es soll die Befreiung auch von „anderen von der Türkei besetzten syrischen Städten“ ermöglichen, darunter auch Afrin.

    Treffen zwischen Kurden und Damaskus

    Einer der Chefs der Kurdischen demokratischen progressiven Partei, Ahmed Suleiman, teilte gegenüber Sputnik mit, dass seine Partei sich in Damaskus befinde und eine Reihe von Treffen mit der syrischen Führung durchgeführt habe. Es bestehe derzeit „ein vollständiges Verständnis über die Verhinderung des türkischen Vormarsches“.

    „Das kurdische Problem mit der türkischen Aggression ist auch ein syrisches Problem. Denn die Türken stellen eine Gefahr für alle syrischen Regionen dar und nicht nur für diejenigen, die sich unter kurdischer Kontrolle befinden“.

    Die Lage in anderen syrischen Regionen werde jetzt besprochen.

    „Im Abkommen heißt es, dass kurdische Kräfte zu einem Teil der syrischen arabischen Armee werden“.

    Russlands Vermittlung

    Der Abgeordnete des syrischen Parlaments Muhannas Haj Ali kommentierte gegenüber Sputnik die noch nicht publik gemachte Vereinbarung.

    „Es ist klar, dass kurdische Kräfte, die sich früher für die Unabhängigkeit von Damaskus aussprachen, nun begriffen haben, dass nur die syrischen Armee und Regierung ihnen Frieden und Sicherheit garantieren können“.

    Dank der russischen Vermittlung sei dies möglich gewesen.

    „Wir wissen, dass Russlands Vertreter zuerst nach Manbidsch gefahren und dann nach Damaskus zurückgekommen sind. Kurz danach haben syrische Truppen begonnen, Richtung syrisch-türkische Grenze zu marschieren“.

    Wird Damaskus kurdische Territorien kontrollieren?

    Der Politiker vermutete, dass alle von Kurden kontrollierten Territorien an Damaskus übergeben würden. Kurdische Einheiten würden möglicherweise der syrischen Armee angehören, um „gegen die türkische Besatzung zu kämpfen“.

    Damaskus sei gegen kurdische Unabhängigkeitsforderungen. Gleichzeitig sei Syrien zu einem Dialog über die Aspekte der weiteren Zusammenarbeit und politischen Ordnung bereit.

    Politische Widersprüche nur oberflächlich besprochen

    Ahmed Suleiman zufolge ist derzeit keine Rede von der Regelung politischer Widersprüche. Auf der Agenda stehe die Koordinierung der militärischen Bemühungen.

    „Russland agiert als Garant des Abkommens. Politische Fragen sind besprochen worden, aber sehr oberflächlich“, so der kurdische Politiker.

    Militärkonflikt zwischen Ankara und Damaskus möglich?

    Zusammenstöße zwischen den Armeen Syriens und der Türkei sind nach der Einschätzung von Muhannas Haj Ali zwar möglich, aber wenig wahrscheinlich.

    „Die syrische Armee ist sehr stark und der türkischen bei vielen Aspekten überlegen. Ankara wird sich nicht aus Dummheit in einen solchen Militärkonflikt involvieren“.

    Darüber hinaus werde Moskau alles Mögliche tun und, falls nötig, Druck auf die türkische Seite ausüben, damit einer solchen Konfrontation vorgebeugt werde.

    „Alles ist möglich. Die Amerikaner können versuchen, die Umsetzung des vereinbarten Abkommens zu behindern. Ich glaube aber, dass Russen, Amerikaner und Türken die Möglichkeit eines Zusammenstoßes zwischen der syrischen und der türkischen Armeen minimieren werden“.     

    Türkische Offensive in Nordsyrien

    Die Türkei hatte am 9. Oktober ihre Offensive „Friedensquelle“ gegen die Kurden-Miliz YPG und die Terrorvereinigung „Islamischer Staat“* in Nordost-Syrien gestartet. Bisher seien im Laufe des Einsatzes mehr als 340 „Terroristen“ eliminiert worden, meldete am 11. Oktober die Nachrichtenagentur Anadolu unter Verweis auf den türkischen Verteidigungsminister, Hulusi Akar.

    Noch am ersten Tag der Operation flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf die Stadt Ras al-Ain in der syrischen Provinz al-Hasaka sowie eine Reihe andere syrische Städte.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    mo/gs/sna

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    Tags:
    Türkei, Kurden, Syrien