02:06 21 November 2019
SNA Radio
    Klimawandel (Symbolbild)

    Welthungerhilfe: Abschwächung des Klimawandels für Hunger-Bekämpfung nötig

    © REUTERS / Kacper Pempel
    Politik
    Zum Kurzlink
    10338
    Abonnieren

    Die deutsche Privatorganisation Welthungerhilfe warnt dpa zufolge vor neuen Gefahren für die Ernährungssicherheit durch den Klimawandel.

    „Die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung in einem sich wandelnden Klima erfordert groß angelegte Maßnahmen, um klimawandelbedingte Ungerechtigkeiten zu beseitigen und gleichzeitig Umweltveränderungen zu minimieren, die katastrophal für die Menschheit sein könnten“, heißt es in dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Welthungerindex 2019 der Organisation.

    Nötig seien eine bessere Vorbereitung auf Katastrophen und eine gerechte Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen. Der Klimawandel müsse abgeschwächt werden, ohne die Ernährungssicherheit zu gefährden.

    Südasien und die afrikanischen Staaten südlich der Sahara sind die Regionen, die mit 29,3 beziehungsweise 28,4 im Jahr 2019 die höchsten Indexwerte aufweisen und somit in die Kategorie „ernst“ fallen. Nach den vorliegenden Daten ist als einziges die Zentralafrikanische Republik von gravierendem Hunger betroffen, während vier weitere Länder – Tschad, Madagaskar, Jemen und Sambia – eine sehr ernste Hungersituation aufweisen. Unter den 117 berücksichtigten Ländern weisen 43 ernste Hungerwerte auf.

    Das Internet-Portal Focus sieht im Klimawandel eine der Hauptursachen für existenzielle Not. „Viele Länder, die unter verbreitetem Hunger leiden, sind gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen; Menschen, die ohnehin schon ums wirtschaftliche Überleben kämpfen, geraten bei zunehmenden Extremwetterlagen rasch in existenzielle Not und leiden Hunger", erklärte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge.

    Doch zum Extremwetter gehörten auch Dürren, die bereits bestehende Notlagen verstärken, heißt es.

    Der Uno-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien verwies vergangene Woche auf eine sich anbahnende humanitäre Katastrophe, die größte seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach seinen Angaben sind rund 20 Millionen Menschen in den vier Krisenstaaten Nigeria, Südsudan, Jemen und Somalia vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen würden bis Mitte dieses Jahres 4,4 Milliarden Dollar benötigen, um das Schlimmste zu verhindern. „Ohne koordinierte globale Anstrengungen werden die Menschen einfach verhungern“, sagte O'Brien.

    ls/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Focus, Agentur DPA, Stephen O'Brien, Afrika, Deutschland