11:34 15 November 2019
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    US-Atombombe vom Typ B61

    Nach Spannungen mit Türkei: USA wollen A-Bomben-Arsenal in Sicherheit bringen

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    Politik
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    Nach einer jähen Verschlechterung der Beziehungen zwischen Washington und Ankara wegen dessen Militäroperation in Nordsyrien sucht die US-Regierung hastig nach einer Möglichkeit, 50 Wasserstoffbomben vom Typ B61 vom Stützpunkt Incirlik an einen sichereren Ort zu bringen.

    Wie das US-Portal thedrive.com am Montag berichtete, ist die Gefahr, dass die Atomwaffen in falsche Hände gelangen, minimal, wenngleich Incirlik etwa 400 Kilometer vom Kriegsschauplatz liegt. Das Depot in Incirlik werde zuverlässig bewacht. Auch die Bomben selbst hätten ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem.

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    ​Höchste Sicherheitsstufe

    Den Angaben zufolge braucht man einen zwölfstelligen Code, um den Zünder zu aktivieren. Eine falsche Kombination würde die Ladung außer Betrieb setzen: Die Elektronik, die die Atomladung steuert, brennt durch.​

    Aber auch in diesem Fall bleibt in jeder Bombe waffenfähiges Plutonium, das sich für die Schaffung sogenannter schmutziger Bomben eignet, mit deren Hilfe große Territorien nuklear verseucht werden könnten.

    Der Abtransport von US-Atomwaffen aus der Türkei ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden: Es gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Derartige Ladungen können ausschließlich von Transportflugzeugen C-17 Globemaster ausgeflogen werden. Aber Flüge über „instabile Territorien“ sind verboten. Das bedeutet, dass Flüge östlich oder südlich von Incirlik unmöglich sind.

    Europa als neuer Stationierungsort?

    Theoretisch könnten die Bomben zum Beispiel zu Depots in Belgien, Deutschland oder in den Niederlanden gebracht werden, wo die USA bereits ihre Atomwaffen stationiert haben. Aber die Regierungen dieser Länder würden kaum entgegenkommende Schritte machen, um die Wähler nicht zu reizen.

    Auch die Türkei selbst hat es nicht eilig, sich von den US-Waffen zu trennen. „Diese Bomben sind im Grunde genommen zu Erdogans Geiseln geworden“, schrieb „The Times“.

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