10:59 15 November 2019
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    Techniker prüfen ein Tornado-Kampjet der deutschnen Luftwaffe auf dem Militärstützpunkt Büchel (Archivbild)

    „Geheime“ Nato-Übung: Bundeswehr trainiert ebenfalls Verteidigung mit Atomwaffen

    © Foto: U.S. Air Force / Lorenz Crespo
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    In dieser Woche hat der dpa zufolge auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz beziehungsweise in niederländischen Volkel eine geheime Bündnisübung mit dem Namen „Steadfast Noon“ begonnen. Trainiert wird das Szenarion eines Atomkrieges, wobei die Luftwaffe sich mit Tornados des taktischen Luftwaffengeschwaders 33 an der Übung beteiligt.

    Die Tornados sind auf dem Fliegerhorst Büchel stationiert, wo nach einzelnen, offiziel nicht bestätigten Angaben ebenfalls taktische US-Atomwaffen vom Typ B61 lagern. Dabei wird unter anderem der Einsatz von Jagdbombern trainiert, die im Kriegsfall mit Atomwaffen bestückt werden könnten.

    Die B61 könnten im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ in der Nato im Ernstfall auch von deutschen Tornados abgeworfen werden und dann unter anderem gegnerische Streitkräfte ausschalten. Weitere US-Atomwaffen sollen in Italien, Belgien, der Türkei und den Niederlanden lagern.

    Bei den regelmäßig stattfindenden sogenannten „Steadfast Noon“ (Standhafter Mittag)-Manövern wird Berichten zufolge unter anderem geübt, wie man die US-Atomwaffen sicher aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert und unter die Kampfjets montiert. Bei Übungsflügen wird dann allerdings ohne Bomben geflogen. 

    Informationen zum Szenario der Übung gab es zunächst nicht. Der Nuklearwaffenexperte Hans Kristensen wies darauf hin, dass das Manöver kurz nach dem Eintreffen amerikanischer B-52-Bomber in England stattfinde. Dies werde zumindest von Russland nicht als Zufall gewertet werden, sagte der Leiter des „Nuclear Information Project“ der Federation of American Scientists (FAS) gegenüber der dpa.

    Mit der Auflösung des INF-Vertrags zum Verzicht auf landgestützte atomwaffenfähige Mittelstreckensysteme ist die Gefahr eines auch mit Atomwaffen geführten Krieges deutlich gestiegen. Die USA hatten das Abkommen im Sommer mit Rückendeckung der Nato-Partner inklusive Deutschlands aufgelöst, weil sie davon ausgehen, dass Russland es seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens 9M729 (Nato-Code: SSC-8) verletzt. Moskau wies dies zurück und soll der Nato bisher vergeblich ein neues Raketen-Angebot gemacht haben. 

    Die USA arbeiten bereits an einem neuen mobilen bodengestützten Mittelstreckensystem, das in Zeiten des INF-Vertrags illegal gewesen wäre. Es soll nach derzeitiger Planung ausschließlich konventionelle - das heißt nicht-atomare - Sprengköpfe transportieren. Bei seinem Moskauer Besuch verteidigte Aussenminister Heiko Maas (SPD) im August den US-Test von durch den INF verbotenen Marschflugkörpern und stärkte dem Bündnispartner damit den Rücken. 

    dpa/lk

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    Tags:
    Militärmanöver Tornado, Tornado, Atomkrieg, Atomwaffen, Verteidigung, Bundeswehr, Luftwaffe, NATO