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11:38 13 November 2019
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    Angehörige der japanischen Marine (Archivbild)

    Straße von Hormus: Japan will eigene Verteidigungskräfte entsenden – Reuters

    © Foto: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 1st Class James E. Foehl
    Politik
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    Japan hat beschlossen, seine eigenen Verteidigungstruppen in die Straße von Hormus zum Schutz von Handelsschiffen auf den Wasserwegen im Nahen Osten zu entsenden, anstatt an der von den USA geführten Koalition teilzunehmen. Dies meldet die Agentur Reuters unter Verweis auf einen Medienbericht aus Japan am Freitag.

    Die Entscheidung stehe im Einklang mit früheren Berichten japanischer Medien, wonach Japan angesichts seiner engen wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran, einem großen Ölproduzenten, nicht an der US-geführten Mission in der Golfregion teilnehmen wolle.

    US-geführte Mission im Persischen Golf

    Ende Juli hatten die USA die Gründung einer Koalition zum Schutz der internationalen Schifffahrt im Persischen Golf angekündigt. Ziel sei es, Seehandelswege offen zu halten, hieß es damals.

    Mittlerweile soll die „Operation Sentinel“ genannte Mission, an der neben dem US-Militär auch Kräfte aus Großbritannien, Australien, Saudi-Arabien und Bahrain beteiligt sind, in vollem Gang sein. Die USA seien zudem mit mehreren anderen Ländern im Gespräch und würden davon ausgehen, dass sich noch weitere Staaten der Mission anschließen würden, hieß es weiter.

    Die Bundesregierung lehnt eine Teilnahme ab

    Die Bundesregierung bleibt unterdessen skeptisch gegenüber einem US-geführten Militäreinsatz im Golf. Bundeskanzlerin Angela Merkel sehe „eine Beteiligung an einer US-Mission zum jetzigen Zeitpunkt und in der jetzigen Situation nicht“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer Anfang August in Berlin. Sie bekräftige zudem die Einschätzung, dass eine europäische Mission „erwägenswert“ sei. Dazu stehe Deutschland mit den europäischen Partnern im Austausch.

    Spannungen in der Straße von Hormus

    Am 19. Juli hatten die iranischen Revolutionsgarden den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus im Persischen Golf gestoppt. Als offizielle Begründung wurde angegeben, dass der Tanker die internationalen Vorschriften missachtet hätte.

    Im Juni waren in der Straße von Hormus, die 40 Prozent des weltweiten Öl-Transports auf hoher See abdeckt, zwei Tanker Saudi-Arabiens sowie Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate und Norwegens von Unbekannten attackiert worden. Die Amerikaner machten für den Angriff den Iran verantwortlich und schickten den Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ und vier B-52-Bomber in den Persischen Golf. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass im Persischen Golf ein neuer Krieg ausbrechen könnte.

    Teheran hat wiederholt alle gegen den Iran gerichteten Anschuldigungen zurückgewiesen.

    pd/ip/rtr

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    Tags:
    Spannungen, Krieg, Straße von Hormus, Tanker, Japan, Iran, Saudi-Arabien, Persischer Golf, Koalition