05:38 15 November 2019
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    Russische Forschungsexpedition in der Arktis (Archivbild)

    Neue Beweise deuten auf Zugehörigkeit von Arktis-Schelf zu Russland hin – Vizepremier

    © Sputnik / Anna Judina
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    Laut Juri Borissow, dem russischen Vizepremier, hat das Verteidigungsministerium Russlands neue umfassende Beweise erhalten, die auf die Zugehörigkeit des Kontinentalschelfs im Nordpolarmeer zu Russland hindeuten.

    Das Verteidigungsministerium habe zusätzliche bathymetrische und gravimetrische Untersuchungen sowie akustische Profilierungen durchgeführt, sagte Borissow auf einer Sitzung des Marinekollegiums, eines der Regierung der Russischen Föderation untergeordneten Organs, in St. Petersburg.

    Dabei geht er davon aus, dass diese Daten ausreichen würden, um den russischen Antrag (auf die Erweiterung seines Landesgebietes im Nordpolarmeer – Anm. d. Red.) auf einer Sitzung der UN-Kommission im Februar 2020 umfassend zu begründen.

    Bereits im August 2015 habe Russland bei der UN-Kommission einen Antrag auf Festlegung der Außengrenze des Kontinentalschelfs im Nordpolarmeer gestellt, so der russische Vizepremier weiter. Seitdem hätten elf Sitzungen stattgefunden.

    „Bei diesen Treffen waren zusätzliche Argumente erforderlich, um den kontinentalen Charakter der einzelnen Strukturelemente des arktischen Beckens zu begründen, darunter geologische und geophysikalische Belege für die geologische Geschichte der Entstehung des Lomonossow-Rückens. Auf der 50. Tagung im Juli 2019 stimmte die Unterkommission den Argumenten unserer Delegation hinsichtlich des Aufbaus der Außengrenze vom Kontinentalrand im südlichen Teil des Gakkel-Rückens nicht zu“, fügte Borissow hinzu.

    Bereits 2001 hatte Russland bei den Vereinten Nationen die Ausweitung seiner Grenzen in der Nordpolarregion beantragt und damit Anspruch auf ein Schelfgebiet erhoben, in dem die Fachleute ein Kohlenwasserstoffvorkommen von rund fünf Milliarden Tonnen vermuten. Die zuständige Kommission bewertete den Antrag damals allerdings als wissenschaftlich unzureichend fundiert. 

    Nach dem UN-Seerechtsübereinkommen ist es zur Erweiterung des Schelfs erforderlich, den kontinentalen Charakter der angrenzenden geologischen Strukturen auf dem Meeresboden nachzuweisen. Die neuen Expeditionen zum Nordpol, die geologischen und geophysikalischen Untersuchungen der Mendelejew-Erhebung und des Lomonossow-Rückens sowie die bathymetrischen Aufnahmen dauerten mehr als zehn Jahre.

    Pd/sb/sna

     

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    Tags:
    Begründung, Delegation, UN, Antrag, Nordpolarmeer, Schelf, Lomonossow-Rücken, Russland, Grenze, Arktis