06:57 18 November 2019
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    Admiral William McRaven (Mitte) vor der Senate Armed Services Committee im Jahr 2011

    Navy Seals-Kommandeur erhebt schwere Vorwürfe gegen Trump: „USA vom Präsidenten attackiert“

    © REUTERS / Yuri Gripas
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    Der frühere Kämpfer der amerikanischen Spezialeinheit Navy Seals, der unter anderem das Einsatzkommando zur Tötung von Osama bin Laden befehligte, Admiral William McRaven, hat harte Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump publik gemacht. Trump verletze „die Prinzipien der Nation“, so der Ex-Navy Seal.

    In seinem extrem scharfen Kommentar „Our Republic Is Under Attack From the President“ (Unsere Republik wird vom Präsidenten angegriffen) erinnert er sich unter anderem an eine militärische Zeremonie im Fort Bragg in North Carolina, als Tausende US-Soldaten vor ihm über den Platz marschierten.

    Obwohl die Zeremonie all die Menschen repräsentiert habe, die die „Prinzipien der Nation“ und „amerikanische Werte“ verteidigt hätten und immer noch verteidigen würden, hätte einen ein Gefühl von „Frustration, Demütigung, Wut und Angst“ beschlichen.

    Dies liege auch daran, dass verschiedene Zweige der amerikanischen Sicherheitsdienste „Angriffe auf unsere Institutionen“ seitens Trump erlebt hätten.

    Dieser hätte sich „in eine Reihe mit Despoten und Machtmenschen“ gestellt und ihre Agenda angenommen. Vertreter der amerikanischen Sicherheitsdienste hätten gesehen, „wie wir unsere Verbündeten im Stich gelassen haben, und wir haben die Schreie des Verrats vom Schlachtfeld gehört“, so McRaven.

    Ein pensionierter Vier-Sterne-General hätte bei dieser Zeremonie gegenüber McRaven offen gesagt:

    „Ich mag die Demokraten nicht, aber Trump zerstört die Republik!“

    Laut dem Ex-Navy Seal hat man beispielsweise seine Verbündeten verraten, als man die US-Truppen aus Syrien abzog und damit die türkische Offensive gegen kurdische Einheiten möglich machte.

    All das führe dazu, dass auf der einen Seite andere Länder das Vertrauen in die USA verlieren würden, und auf der anderen Seite die Menschen innerhalb der USA sich nicht mehr der Armee anschließen würden.

    „Wenn wir hoffen, weiterhin die Welt zu führen“, dann müsste man zu den amerikanischen Werten zurückkehren, behauptet der US-Militär. Nun sei man wegen Trump „auf der Weltbühne gedemütigt“ worden.

    Nicht die erste Kritik

    Solche Kritik ist nicht neu. Bereits im Jahr 2018 hatte McRaven in einer Kolumne für die „Washington Post“ Trump attackiert und erklärt, dass dieser die Werte seines Landes verletze.

    Wie das Portal „Business Insider“ hierzu berichtet, hatte Trump damals auf die schroffe Kritik reagiert – und zwar mit Gegenangriffen. Der pensionierte Admiral sei nichts mehr als ein „Hillary Clinton-Fan“ und „Obama-Unterstützer“.

    „Wäre es nicht schön gewesen, wenn wir Osama bin Laden viel früher bekommen hätten, wäre es nicht schön gewesen?“, erklärte damals Trump und kritisierte damit die von McRaven durchgeführte Spezialoperation.

    Unklar bleibt, ob Trump jetzt reagieren wird. Seine Entscheidung, die US-Truppen aus Nordostsyrien abzuziehen und somit der türkischen Militäroperation offene Bahn zu geben, hat eine Flutwelle von Kritik in den USA verursacht. Der anschließende Deal mit der Türkei, der zunächst für eine Waffenruhe gesorgt hat, konnte nur teilweise die Wogen glätten.

    In der nächsten Zeit dürfte Trump sich mit noch weiter wachsendem Druck aus den amerikanischen Sicherheitsstrukturen konfrontiert sehen. Inwieweit dies die näher rückenden Präsidentschaftswahlen in 2020 beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

    SB/ng

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    Tags:
    Adm. William McRaven, Royal Navy, US Navy, Navy, Navy SEALs, Werte, USA, Syrien, Kritik, Donald Trump