07:24 15 November 2019
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    Der russische Premier Dmitri Medwedew bei einem  INterview mit dem TV-Sender Euronews

    „Auch im militärischen Sinne“: Medwedew über Russlands Reaktion auf grenznahe Nato-Militärbasen

    © Sputnik / Alexander Astafjew
    Politik
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    Die Pläne der Nato, ihre Stützpunkte in unmittelbarer Nähe zu Russland aufzustellen, stoßen bei der russischen Regierung auf kein positives Echo. Moskau werde sowohl politisch, als auch „im militärischen Sinne“ reagieren, sagte der russische Premierminister Dmitri Medwedew im Interview mit der serbischen Zeitung „Večernje novosti“.

    „Niemand bestreitet die Tatsache, dass Moskau auch Interessen hat, die mit der Gewährleistung seiner eigenen Sicherheit zu tun haben“, meinte er.

    Ferner äußerte der Premier, dass Russland ein „großes Land“ und eine Atommacht sei, und dass der „Wunsch der Nato, ihre Militärbasen eine nach der anderen überall in unserer unmittelbaren Nähe aufzustellen“ bei der Regierung keine positiven Emotionen auslösen könne.

    „Wir haben immer darauf reagiert und werden darauf reagieren – sowohl politisch, als auch im militärischen Sinne“, sagte er in einem Interview mit der serbischen Zeitung „Večernje novosti“ kurz vor der Visite in der serbischen Hauptstadt Belgrad.

    Medwedew wird am 19. Oktober auf Einladung des serbischen Präsidenten, Aleksandar Vučić, Belgrad besuchen. Dort plant er, an den Festlichkeiten anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Belgrads teilzunehmen und Gespräche mit führenden Personen der serbischen Republik zu führen. 

    Am 5. September hatte der litauische Präsident Gitanas Nauseda betont, dass die stationierten Nato-Kräfte nicht ausreichen würden, um Russland einzudämmen. Ihm zufolge stellt das russische Militär in der Region Kaliningrad eine Gefahr für die Sicherheit Litauens dar.

    Darüber hinaus fand an der Grenze Russlands vom 27. September bis zum 3. Oktober in Lettland das Nato-Manöver „Silver Arrow 2019“ (dt. „Silberpfeil“) statt. Daran nahmen mehr als 3000 Mann und 200 Technikeinheiten aus zwölf Nato-Ländern teil.

    Im Herbst hat die Nato traditionell ihren Einfluss im Baltikum erweitert, wo große militärische Kontingente der Mitgliedstaaten der Allianz zur „Abschreckung Russlands“ stationiert sind.

    Moskau betonte wiederholt, dass Russland niemals ein Nato-Land angreifen würde. Laut dem russischen Außenminister, Sergej Lawrow, weiß die Nato sehr wohl, dass Moskau keine Angriffspläne schmiedet. Allerdings würden sie diese Ausrede benutzen, um mehr Technik und Bataillons an die russische Grenze zu bringen.

    dg/ae

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    Tags:
    NATO, US-Stützpunkt, Serbien, Interview