07:21 18 November 2019
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    Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam und Polizeikommissar Stephen Lo treffen sich mit Repräsentanten der Moschee

    Moschee in Hongkong von Wasserwerfer getroffen – Behörden entschuldigen sich bei Gläubigen

    © REUTERS / Information Services Department
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    Bei einem Polizei-Einsatz wurde in Hongkong eine Moschee unabsichtlich von Wasserwerfern, die blau eingefärbtes Wasser versprühten, erwischt. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam und Polizeikommissar Stephen Lo baten daraufhin die Gläubigen um Verzeihung, berichtete die „South China Morning Post“ am Montag.

    Der Vorfall ereignete sich am Sonntag im Zuge der Demonstrationen in Hongkong. Die Protestierenden marschierten durch das Stadtviertel Kowloon und forderten die Regierungen auf, ihre Forderungen durchzusetzen. Die Sicherheitskräfte der Stadt bemühten sich mit Wasserwerfern und Tränengas, der Demonstranten Herr zu werden. Dabei traf die Hongkonger Polizei unabsichtlich eine Moschee.

    Das Wasser war blau gefärbt. Das sollte es vereinfachen, nach Zerstreuen der Menge die sogenannten „Frontliner“ einzufangen und sie zu verhaften.

    Laut der Zeitung besuchten Lam und Lo am Montag die betroffene Moschee und versicherten in einer schriftlichen Erklärung, dass dies ein Unfall gewesen sei. Der Eingang zur Moschee wie auch das Moscheetor färbten sich infolge des Vorfalls ganz blau.

    Lam bat um Vergebung „für das versehentliche Besprühen des Haupteingangs und des Moscheetors mit farbigem Wasser“ und „dankte“ auch den führenden Persönlichkeiten im Islam für ihre Appelle in den letzten Monaten an die islamische Gemeinschaft und die Öffentlichkeit Hongkongs, „ruhig und vereint zu bleiben, um gemeinsam Hongkong zu schützen“.

    Auch die Polizei veröffentlichte eine Erklärung, in der geschrieben steht, dass der Vorfall geklärt werden konnte und bat um Verzeihung.

    „Die Regierungschefin und der Polizeikommissar sagten beide ‚es ist ein Fehler passiert und es tut uns leid.‘“, so Said Uddin, ein Vertreter der Moschee. Dem fügte er hinzu, dass sie die Entschuldigung „akzeptieren, weil was geschehen ist, ist geschehen… und sie werden es nicht wiederholen“.

    Es war nicht das einzige Gebäude, das am Sonntag durch das Wasser einen neuen Anstrich erhielt. Alex McCoy, der Pfarrer der St. Andrew’s Church, die sich in der Nähe der betroffenen Moschee befindet, erwähnte, dass ein kleiner Teil des Kirchentors ebenfalls blaues Wasser abgekriegt hätte.

    Die Polizei entschuldigte sich für den Vorfall, und betonte, es sei keine Absicht gewesen. McCoy nahm die Entschuldigung an.

    „Wir verstehen, dass beim Benutzen des Wasserwerfers…alles getroffen werden kann“, sagte er und animierte alle Einwohner Hongkongs, einander mit Empathie zuzuhören.

    In Hongkong waren Zehntausende Menschen trotz Verbots der Polizei gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Eine Protestbewegung zog sich am Sonntag durch Hongkong. Auch gegen das von der Regierung durchgesetztes Vermummungsverbot protestierten Zehntausende. Die Polizei griff bei der Bekämpfung der Demonstrierenden laut Berichten zu Tränengas und Gummigeschossen.

    dg/ae

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    Tags:
    Wasserwerfer, Moschee, Demonstration, Hongkong