04:00 15 November 2019
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    Beerdigungs des getötetetn Protesters Hassan Radi in Nadschaf (Archivbild)

    Scharfmunition und übermäßige Gewalt: Ursachen großer Opferanzahl bei Protesten im Irak genannt

    © AP Photo / Anmar Khalil
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    Wenigstens 149 Zivilisten und acht Sicherheitskräfte sind bei den landesweiten Protesten umgekommen, die Anfang Oktober im Irak stattgefunden haben. Mehrere Tausende sind dabei verletzt worden. Dies geht aus einem Bericht des irakischen Sonderausschusses hervor, der zu den Todesfällen bei den Demonstrationen ermittelt.

    Demnach kamen 149 Zivilisten, 107 darunter in Bagdad, ums Leben. Zudem hätten die Proteste acht Sicherheitskräften das Leben gekostet. Weitere 3458 Menschen seien verletzt worden.

    Zuvor hatte das irakische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass bei den Zusammenstößen 165 Menschen umgekommen und mehr als 6000 Menschen verletzt worden waren.

    Ursachen der riesigen Opferanzahl genannt

    Die Opfer seien auf den Einsatz von Scharfmunition und übermäßige Gewaltanwendung zurückzuführen, heißt es im Bericht, der Sputnik vorliegt. Zudem empfehlen die Ermittler, eine Reihe von ranghohen Beamten in den Sicherheitsbehörden sowie Polizeichefs in den Städten Bagdad, Babil, Maisan, Nadschaf, Nasiriya und Diwaniyya von ihren Posten zu entlassen.

    Außerdem behaupten die Verfasser des Berichts, die irakischen Behörden hätten nicht angeordnet, das Feuer auf die Demonstrierenden zu eröffnen.

    Bei den Protesten, die ursprünglich in Bagdad am 1. Oktober begonnen hatten, war es zu erbitterten Zusammenstößen zwischen den Demonstrierenden und den Sicherheitskräften gekommen. Die Proteste wurden auf südirakische Provinzen wie Nadschaf, Maisan, Dhi Qar, Babil, al-Qadisiyya und Wasit ausgeweitet. Die Demonstrierenden forderten bessere Lebensbedingungen, die Lösung der bestehenden Probleme in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Arbeitsmarkt sowie die Bekämpfung von Korruption.

    asch/ae/sna

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    Sicherheitskräfte, Bericht, Verletzte, Tote, Todesopfer, Opfer, Proteste, Proteste, Irak