06:41 18 November 2019
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    Mark Esper antwortet auf Fragen der Journalisten im Pentagon

    Kein Krieg gegen Nato-Verbündeten: Pentagon-Chef schließt Konflikt mit Türkei aus

    © REUTERS / ERIN SCOTT
    Politik
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    Laut Pentagon-Chef Mark Esper haben die USA nicht vor, gegen die Türkei, einen langjährigen Nato-Partner, einen Krieg zu führen. Dies erläuterte er in einem Interview mit dem US-Sender CNN.

    Esper zufolge haben sich die Vereinigten Staaten nicht dazu verpflichtet, einen Krieg zur Verteidigung der Kurden gegen einen langjährigen Nato-Verbündeten zu führen. Damit beantwortete er die Frage zur Kritik an der Entscheidung der USA, sich aus Nordsyrien zurückzuziehen.

    „Wir werden nicht gegen einen Nato-Verbündeten in den Krieg ziehen und schon gar nicht (...) im Hinblick auf eine Grenze, zumal wir uns eigentlich nicht zu deren Verteidigung verpflichtet haben“, zitiert der US-Sender CNN den Pentagon-Chef am Dienstag.

    Esper sagte außerdem, dass „rund 11.000“ IS-* („Islamischer Staat“; Daesh) Kämpfer größtenteils im Gefängnis geblieben seien. Sie wurden im Nordosten Syriens festgehalten und manche hatten befürchtet, sie würden freigelassen, wenn die US-Truppen das Gebiet verlassen.

    „Wir haben nur Berichte über etwas mehr als 100 erhalten, die entkommen sind“, sagte er und fügte hinzu, dass Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) die Gefängnisse überwachen, über die sie die Kontrolle haben.

    Türkische Offensive in Nordsyrien

    Die Türkei hatte am 9. Oktober ihre seit längerem angedrohte Offensive unter dem Namen „Friedensquelle” im Nordosten Syriens gestartet. Auf mehrere Städte der Region wurden Raketen- und Bombenangriffe geflogen. Etwas später wurde der Beginn einer Bodenoffensive angekündigt. Russland hat die Türkei mehrmals vor Handlungen gewarnt, die die Beilegung des seit 2011 währenden Konflikts im Bürgerkriegsland Syrien behindern könnten.

    Die Regierung in Damaskus hatte die Okkupationspolitik der Türkei im Norden Syriens mehrmals verurteilt.

    Putin-Erdogan-Gespräche

    Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan hatten sich am Dienstag in Sotschi am Schwarzen Meer getroffen, um den Syrien-Konflikt zu besprechen. Die Verhandlungen

    dauerten insgesamt mehr als sechs Stunden.

    Ein Vorankommen ohne Kooperation auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung zwischen der Türkei und Syrien sei kaum möglich, erklärte Putin: „Nur gemeinsam werden die Türken und Syrer Frieden und Ruhe im Grenzraum verteidigen können.“

    Russisch-türkisches Syrien-Memorandum

    In dem zum Abschluss der Verhandlungen zwischen Putin und Erdogan angenommenen Memorandum heißt es unter anderem, dass die russischen und türkischen Truppen Gebiete östlich der unter die Operation „Friedensquelle“ fallenden Region mit Ausnahme der Stadt Kamisli gemeinsam patrouillieren werden – aber erst nach dem Rückzug der kurdischen Milizen von der syrisch-türkischen Grenze.

    In der am Abend zwischen Putin und Erdogan geschlossenen Vereinbarung wurde eine 150-Stunden-Frist für den Abzug der Kurdenmiliz YPG aus den Grenzgebieten gesetzt. Das läuft auf eine weitere Waffenruhe hinaus. Eine zuvor von den USA ausgehandelte Feuerpause war am Dienstagabend ausgelaufen.

    Zudem wird in dem Dokument darauf hingewiesen, dass der Erhalt des sogenannten Adana-Abkommens „unter den gegenwärtigen Bedingungen“ von großer Bedeutung ist. Das am 20. Oktober 1998 in der türkischen Stadt Adana unterzeichnete Abkommen verbietet Aktivitäten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Syrien.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Gefängnis, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Militäroperation, Krieg, Konflikt, Mark Esper, Türkei, Syrien