Widgets Magazine
10:10 13 November 2019
SNA Radio
    Russlands Soldat während der Übungen in Syrien (Archiv)

    Experten zu russisch-türkischem Syrien-Deal: Historischer Schritt, der der US-Präsenz ein Ende setzt

    © AFP 2019 / MAXIME POPOV
    Politik
    Zum Kurzlink
    1931915
    Abonnieren

    Türkische Experten haben gegenüber Sputnik das historische Abkommen zur Situation in Syrien kommentiert, die die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, bei ihrem Treffen in Sotschi geschlossen haben. Ihnen zufolge geht es dabei um „einen schicksalhaften Schritt, der der US-Präsenz in der Region ein Ende setzen wird“.

    Mehmet Perincek, Historiker und Dr. der Geschichtswissenschaften, betonte unter anderem, dieses Abkommen sei „wirklich historisch, denn damit beginnt eine neue Etappe der türkisch-syrischen Beziehungen“.

    „Zum Abschluss des Treffens wurde ein historisches Abkommen geschlossen. Die Seiten haben sich über mehrere wichtige Punkte geeinigt. Der erste Punkt betrifft die Stationierung von russischen und türkischen Kräften in den Gebieten, die früher von der Partei der Demokratischen Union und den USA kontrolliert wurden, und die Entwaffnung der kurdischen Formationen in diesem Gebiet – und dementsprechend die endgültige Unterbindung ihrer Versuche zur Bildung ihres autonomen Staatsgebildes. Das bedeutet seinerseits die endgültige Beseitigung der Gefahr für die türkische Sicherheit im Grenzraum. Der zweite Punkt betrifft die Anerkennung der türkischen Präsenz in dieser Region. Mit diesem Abkommen beginnt eine neue Etappe in den türkisch-syrischen Beziehungen.“

    Perincek zufolge ist das russisch-türkische Abkommen auch aus der Sicht der Beseitigung der US-Präsenz in der Region von großer Bedeutung: „Man kann sagen, dass das russisch-türkische Memorandum zu Syrien die Versuche der USA zur Umsetzung des Projekts des ‚Großes Kurdistans‘ und eines kurdischen Korridors in der Region durchkreuzt. Darüber hinaus wird dieses Dokument zur endgültigen Beseitigung der amerikanischen Präsenz nicht nur in Syrien beitragen, sondern die Basis zum gemeinsamen Widerstand der beiden Länder gegen die zerstörerischen Aktivitäten der USA im Irak bilden.“

    Der Chefredakteur des Magazins „Yörünge“ und der Webseite SüperHaber, Ceyhun Bozkurt, verwies seinerseits darauf, dass Moskau mit der Unterzeichnung des Abkommens „den Status der Türkei als aktiven und einflussreichen Akteur in Syrien anerkannt“ habe. „Laut dem Punkt über das gemeinsame Handeln der Türkei und Russlands gegen den Terrorismus in allen seinen Erscheinungsformen eröffnen sich neue Möglichkeiten für den gemeinsamen Kampf gegen die terroristische Organisation YPG. Das ist ebenfalls eine wichtige Errungenschaft für die Türkei. Mit dem Punkt über den Abzug terroristischer Elemente aus Manbidsch und Tel-Rifat wird seitens der Türkei westlich des Euphrats dem Terrorismus effizient entgegengewirkt“, unterstrich Bozkurt.

    Außerdem spricht die Erwähnung des türkisch-syrischen Abkommens von Adana im Memorandum davon, dass die Türkei und Syrien künftig möglicherweise gemeinsam gegen den Terrorismus kämpfen könnten. „Natürlich sollte man keine blitzschnellen Veränderungen in dieser Richtung erwarten, aber die wichtigen Voraussetzungen für die allmähliche Intensivierung dieses Prozesses sind offensichtlich“, ergänzte der Experte.

    Zum Abschluss stellte Bozkurt fest, dass die USA „eine Niederlage in der Region erlitten haben“: „Früher haben die USA den Nordosten Syriens kontrolliert. Jetzt aber befinden sich diese Territorien unter Kontrolle der Türkei und Russlands. Die USA haben in dieser Region eine Niederlage erlitten, und ihre Pläne zur Gründung des kurdischen Staates ‚Rojava‘ sind endgültig Vergangenheit.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Soldaten, Russland, Syrien, Abkommen, Recep Tayyip Erdogan, Türkei